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My Stuff

Weg mit dem Zeug

In MY STUFF unternimmt der Filmemacher Petri Luukkainen ein radikales und unterhaltsames Selbstexperiment: Er räumt seine Wohnung komplett leer und verstaut sein gesamtes Hab und Gut in einem Lagerhaus. Die Prämisse: In den kommenden zwölf Monaten darf er sich jeden Tag nur einen einzigen Gegenstand zurückholen.

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„Kram, Zeugs, Sachen“ – das, was Regisseur Petri Luukkainen eines Tages schlagartig ins Auge fällt, als er sich in seiner Wohnung umschaut, ist die Erkenntnis, dass er sich von all diesem bedrückenden materialistischen Ballast, der ihn umgibt und außerdem zunehmend zu lähmen scheint, befreien will. Mit MY STUFF startet der Filmemacher das radikale Selbstexperiment: Er räumt seine Wohnung komplett leer und verstaut sein gesamtes Hab und Gut in einem Lagerhaus. Die Prämisse: In den kommenden zwölf Monaten darf er sich jeden Tag nur einen einzigen Gegenstand zurückholen. Auf die Anschaffung von neuen Utensilien muss er zudem komplett verzichten. So glaubt der Mittzwanzigjährige der Frage auf den Grund gehen zu können, was er wirklich braucht, was ihn wirklich glücklich macht im Leben. Luukainen geht die Sache konsequent an, das verdeutlicht eine der ersten Szenen, in der er nackt durch das nächtliche Helsinki laufen muss, um sich als erstes den wärmespendenden Mantel aus der Kiste zu ergattern. Doch was kommt als nächstes dran? Wie reagieren seine Freunde und die Familie? Und wie hält Petri durch, als auf einmal ein Mädchen ins Spiel kommt, das er zu einem Date einladen will? Der junge Regisseur und Hauptdarsteller hat einen ebenso humorvollen wie reflektierten Film über den Zeitgeist gedreht, der es am Ende jedem Zuschauer selbst überlässt, die Antwort auf seine ursprüngliche Frage nach dem Glück zu finden, und danach, was der ganze Kram, den wir über Jahre mit uns herumschleppen denn nun damit zu tun hat. Dass es keine sonderlich neue Erkenntnis sein wird, dürfte jedoch sicher sein. Der Blick darauf war wahrscheinlich einfach nur zu lange von dem ganzen unnützen Zeug verstellt. Insofern kann man MY STUFF sogar eine therapeutische Wirkung attestieren – eine sehr unterhaltsame zudem.

Jens Mayer

Details

Originaltitel: Tavarataivas
Finnland 2013, 80 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Petri Luukkainen
Drehbuch: Petri Luukkainen
Kamera: Jesse Jokinen
Schnitt: Altti Sjögren
Musik: Timo Lassy
Verleih: Rise and Shine Cinema
FSK: oA
Kinostart: 05.03.2015

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