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Monk in Pieces

„Crazy“ Künstlerin

Als eine „Eloge auf eine alte Frau, die mit dem Tod verhandelt“ bezeichnet Monk, lachend, selbst diesen sehr sehenswerten Dokumentarfilm von Billy Shebar.

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Meredith Monk war erst 22, als sie mit ihren Happenings die New Yorker Szene aufmischte, eine Künstlerin, die alle Grenzen sprengte, die irritierte, faszinierte, inspirierte. Mit ihrer Stimme vor allem, einer Stimme, der alles möglich ist, die gurrt, kreischt, flüstert, Oberton, Kehlkopfton … auch jodeln könne sie, versicherte sie in einem TV-Interview einem darob sichtlich erleichterten, ansonsten aber total verunsicherten Moderator. Überhaupt tat sich die Kritik schwer mit dieser Ausnahmekünstlerin, crazy war noch das Freundlichste, was man über sie schrieb. Man blieb auf Distanz, auch 1969 bei der ersten großen Performance „Juice“ für 75 Stimmen, 45 Harfen und ein Pferd in der Spirale des Guggenheim-Museums.
MONK IN PIECES feiert die große Meredith Monk, lädt ein in ihr Loft in Manhattan, immer noch das aus den Siebzigern, mit der Badewanne inmitten der Küche. Man ist dabei, wenn sie am Klavier improvisiert, und auch, wenn sie sich mit ihrer Schildkröte („my little girl“) unterhält. Als eine „Eloge auf eine alte Frau, die mit dem Tod verhandelt“ bezeichnet Monk, lachend, selbst diesen sehr sehenswerten Dokumentarfilm von Billy Shebar. Der Film ist eine Chance, wenigstens in Stücken nachzuholen, was man versäumt hat, mit Ausschnitten aus den wichtigsten Werken: z.B. aus dem Einwandererpoem „Ellis Island“, der Holocaust-Oper „Quarry“, dem Stuttgarter Konzert mit Björk - die Sängerin ist eine von vielen, für die Monk zentral in ihrer künstlerischen Entwicklung wurde. Für die feministische Performance „Education a of the Girlchild“ wurde Monk 1975 der Goldene Löwe der Kunstbiennale Venedig verliehen. In diesem Herbst, bei der Musikbiennale, erhält sie, inzwischen 82 Jahre – nein, nicht alt –, noch einen Goldenen Löwen, einen für ihr Gesamtwerk.

Elisabeth Bauschmid

Details

USA/Deutschland/Frankreich 2025, 90 min
Sprache: Englisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Billy Shebar
Kamera: Jeff Hutchens, Ben Stechschulte
Schnitt: Sabine Krayenbühl
Verleih: Real Fiction
Darsteller: Meredith Monk, Björk, David Byrne
Kinostart: 21.08.2025

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