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Monika Hauser

Aktivistin gegen Männergewalt

Als die Gynäkologin Monika Hauser 1992 von Massenvergewaltigungen in Bosnien erfuhr, fuhr sie sofort ins Krisengebiet, und engagiert sich seitdem mit ihrer Organisation „medica mondiale“ für Frauen und gegen Männergewalt.

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Monika Hauser merkte schon in jungen Jahren, dass Frauen Diskriminierung und strukturierter Gewalt ausgesetzt sind. Angefangen von Erzählungen der eigenen Großmutter bis hin zu ihrer Arbeit als Gynäkologin im Deutschland der 1980er Jahre. Als sie 1992 von Massenvergewaltigungen in Bosnien erfährt, handelt sie umgehend: Sie fährt in das Krisengebiet und möchte den Opfern schnelle und effektive Hilfe bieten. Eine Aufgabe von schwieriger logistischer, politischer und auch menschlicher Natur. Wie kann eine nachhaltige Unterstützung möglich sein, wenn Vergewaltigung zum Alltag gehört und die Opfer sexualisierter Gewalt sich entweder mit Gleichgültigkeit konfrontiert sehen oder sogar in ihrem Opferstatus politisch instrumentalisiert werden? Wenn sie über Jahre hinweg mit den Folgen zu kämpfen haben?
Mit ihrem Einsatz in Bosnien fällt der Startschuss für ein Engagement, mit dem sich Monika Hauser persönlich und mit ihrer Frauenrechtsorganisation „medica mondiale“ bis heute ¬– allen Widerständen zum Trotz – auf beeindruckende Weise für Frauen „aller Herren Länder“ einsetzt. Edith Eisenstecken und Evi Oberkofler, die seit vielen Jahren gemeinsam Dokumentarfilme drehen, begleiten die Aktivistin in ihrem Porträt beim Rückblick auf deren Arbeit. Sie lassen Monika Hauser und ihre Weggefährtinnen – es sind tatsächlich ausschließlich Frauen – zu Wort kommen, vor Ort in Bosnien oder auf Heimatbesuch in Südtirol. Dabei legen sie offen, wie mannigfaltig Gewalt gegen Frauen sein kann. Grobschlächtig oder subtil zieht sie sich durch Länder, Krisenherde und selbst in Zeiten des Friedens durch jede gesellschaftliche Schicht. Monika Hauser hat sich entschlossen, ihre „Kraft und Lebendigkeit zu nutzen, um dieser Gewalt etwas entgegenzusetzen“. Auch wenn sie dafür in Kauf nehmen muss, selbst auch im wörtlichen Sinne in die Schusslinie zu kommen.

Katharina Franck

Details

Originaltitel: Monika Hauser – Ein Portrait
Deutschland 2017, 82 min
Genre: Dokumentarfilm, Biografie
Regie: Evi Oberkofler, Edith Eisenstecken
Drehbuch: Evi Oberkofler, Edith Eisenstecken
Verleih: Barnsteiner Film
FSK: 12
Kinostart: 03.05.2018

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