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Mit Liebe und Chansons

Schwung der Sixties

Im Paris der 1960er Jahre wird Roland mit einem „Klumpfuß“ geboren. Nur seine Mutter glaubt an eine Heilung, und die Chansons von Sylvie Vartan helfen auf dem Weg.

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Das Wort „Behinderung“ will sie nicht hören. Esther (Leïla Bekhti) hat gerade ihr sechstes Kind zur Welt gebracht. Der kleine Roland wird mit einer Deformität am rechten Bein geboren, einem sogenannten Klumpfuß. Im Paris der 1960er Jahre lässt sich die Fehlbildung nicht ohne Weiteres medizinisch beheben. „Auch nach drei Operationen“, erinnert sich der erwachsene Sohn (Jonathan Cohen) zu Beginn, „hing am Ende meines Beines ein lebloses Stück Fleisch.“

Roland Perez hat seine Geschichte aufgeschrieben, daraus ist ein Roman entstanden, den der frankokanadische Regisseur Ken Scott verfilmt hat. Im ersten Teil konzentriert sich die Handlung auf Rolands schwierige Kindheit. Er ist der jüngste Zuwachs in einer marokkanisch-jüdischen Einwandererfamilie. Sämtliche Ärzte raten der Mutter, dem Jungen schnellstmöglich eine Schiene anzulegen, damit er einigermaßen laufen kann. Esther weigert sich, sucht Hilfe bei diversen Spezialisten. Bald droht man der Mutter, ihr das Sorgerecht zu entziehen. Doch sie kämpft weiter und betet für ein Wunder.

Rolands im Rückblick erzählte Erinnerungen an jene Zeit sind mit viel Witz und Ironie unterlegt. Scotts Inszenierung greift in der ersten Hälfte den Schwung der Sixties auf, dem auch Esters stürmisches Temperament entspricht. Das Undenkbare geschieht, als Roland für eine neuartige Behandlung monatelang ans Bett gefesselt ist. Währenddessen beschallen die Lieder von Sylvie Vartan das Zuhause. Mit den Versen und Melodien der französischen Chanson-Ikone lernt der Junge erst zu lesen, dann zu laufen und schließlich, seinen eigenen Weg zu gehen. Aber der Film zeigt auch, wie sehr sein körperliches Schicksal die Beziehung zu seiner Mutter über die Jahre in ein Abhängigkeitsverhältnis gekippt hat. Den daraus resultierenden Konflikt in seiner Komplexität darzustellen, gelingt weniger gut.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: Ma mère, Dieu et Sylvie Vartan
Frankreich 2025, 102 min
Sprache: Französisch
Genre: Drama
Regie: Ken Scott
Drehbuch: Ken Scott
Kamera: Guillaume Schiffman
Schnitt: Dorian Rigal-Ansous, Yvann Thibaudeau
Musik: Nicolas Errèra
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Leïla Bekhti, Jonathan Cohen, Sylvie Vartan, José‑phine Japy, Jeanne Balibar
FSK: oA
Kinostart: 27.11.2025

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Mit Liebe und Chansons

(Ma mère, Dieu et Sylvie Vartan) | Frankreich 2025 | Drama | R: Ken Scott | FSK: oA

Im Paris der 1960er Jahre wird Roland mit einem „Klumpfuß“ geboren. Nur seine Mutter glaubt an eine Heilung, und die Chansons von Sylvie Vartan helfen auf dem Weg.

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