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Where to invade next

„Raubzug“ durch Europa

In WHERE TO INVADE NEXT geht Michael Moore auf „Raubzug“ durch Europa (und Tunesien), um dort Lösungen für die sozialen Probleme der USA zu „stehlen“. So findet er zum Beispiel in Italien attraktive, glückliche Arbeitnehmer mit mehreren Wochen bezahltem Urlaub und köstliches, ausgewogenes Schulessen in Frankreich.

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Es ist ruhiger geworden um Michael Moore. Zwar hat er seit seinem Oscargewinn 2003 noch mit dem umstrittenen, aber öffentlichkeitswirksamen FAHRENHEIT 9/11 für Diskussionen gesorgt, aber die darauf folgenden Filme konnten nicht mehr an seinen Ruf als der Aufklärer weltweit anknüpfen. Man darf aber nicht vergessen, dass Moore vorrangig Filme über Amerika für Amerikaner macht. In WHERE TO INVADE NEXT geht Moore nun auf „Raubzug“ durch Europa (und Tunesien), um dort Lösungen für die sozialen Probleme der USA zu „stehlen“. So findet er zum Beispiel in Italien attraktive, glückliche Arbeitnehmer mit mehreren Wochen bezahltem Urlaub, köstliches, ausgewogenes Schulessen in Frankreich und ein norwegisches Gefängnis, dessen Haftbedingungen Zuschauer im „Land of the Free“ sicherlich neidisch machen werden.
Das alles wird gewohnt unterhaltsam-lustig vorgeführt und der europäische Zuschauer darf sich fragen, warum irgendjemand noch in die USA ziehen möchte, wenn der wahre amerikanische Traum doch augenscheinlich ganz woanders zu finden ist. Andererseits vermutet besagter Zuschauer aber auch spätestens, wenn ein französisches Schulkind bei Moore zum angeblich allerersten Mal Coca Cola kostet, dass das vermittelte Bild vielleicht etwas geschönt sein könnte.
Die zweite Hälfte des Filmes erweist sich aber als weitaus global-idealistischer. Es geht hier nicht mehr nur um US-spezifische Probleme, sondern grundsätzlich um eine neue, fürsorglichere Art, mit sich selbst und seinen Mitmenschen umzugehen. Moore zeigt Beispiele, wo dies schon umgesetzt wird, etwa anhand einer Gruppe von weiblichen CEOs. Diesen Traum kann man als Hirngespinst abtun oder sich überzeugen lassen, aber in jedem Fall ist es ein leidenschaftliches und anschauliches Plädoyer.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Where to Invade Next
USA 2015, 119 min
Sprache: Englisch, Italienisch, Französisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Michael Moore
Drehbuch: Michael Moore
Kamera: Rick Rowley, Jayme Roy
Schnitt: Pablo Proenza, Todd Woody Richman, Tyler H. Walk
Verleih: Falcom Media
Darsteller: Michael Moore
FSK: 12
Kinostart: 25.02.2016

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