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Menschsein

Auf seiner Reise durch 23 Nationen geht Regisseur Oliver Stritzke der Frage nach, was Menschsein mit Behinderung zu tun hat.

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Nach eigener Aussage hatte der Regisseur Oliver Strizke, Schullehrer in der mittelfränkischen Kleinstadt Rothenburg, als Kind panische Angst vor Behinderten. Heute ist es nicht mehr so. Seit einiger Zeit nimmt er regelmäßig an inklusiven Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche teil. Darüber empört, dass zu solchen Anlässen zwar alle gleichwertig dazugehören, aber zurück im Alltag die Behinderten nicht selten als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, und umgetrieben von den Fragen, was das über uns als Menschen aussagt und was wir eigentlich füreinander bedeuten könnten, macht er sich mit der Kamera auf dem Weg zu einer einjährigen Reise durch insgesamt 23 Nationen.
Die vielen kurzen, recht tautologischen Reise-Szenen aus Nepal, Guatemala, Bolivien, Lesotho, Kolumbien, Neuseeland oder Chile tragen wenig dazu bei, die Frage des Regisseurs zu beantworten, was Menschsein mit Behinderung zu tun hat. Mehrmals berichtet Stritzke über die Unbequemlichkeit seiner Position – als privilegierter, durchreisender "Typ mit der Kamera". Umso interessanter sind die längeren Passagen, in denen man die Möglichkeit bekommt, jenseits der Hop-On-Hop-Off-Tour am Leben einiger Menschen, denen Stritzke begegnet, teilzuhaben, seien es direkt Betroffene oder Menschen, die sich für eine bessere Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen einsetzen - mangels politischen Willens oft zunächst in individuellen Initiativen. Wiederum in Indien begleiten wir zum Beispiel Shruti More und zwei weitere Mitarbeiterinnen vom Handimachal Project, einem physiotherapeutischen Interventionszentrum im Kullu Bezirk Himachal Pradeshs, wenn sie zu abgelegenen Bergdörfern fahren. Darin, dass jedes einzelne der dort besuchten Kinder es ihnen wert ist, diese Wege auf sich zu nehmen und, dass sie selbst dankbar dafür sind, durch deren Existenz so viel erlebt und gefühlt haben zu dürfen, liegt die Quintessenz des Films.
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Marie Minot

Details

Originaltitel: Menschsein – Wer sind wir füreinander
Deutschland 2019, 97 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Oliver Stritzke
Drehbuch: Dennis Klein, Oliver Stritzke
Kamera: Dennis Klein
Schnitt: Oliver Stritzke
Musik: Mathias Greule
Verleih: imFilm
FSK: oA
Kinostart: 03.12.2019

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