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Memory Games

Erinnern als Leistungssport

MEMORY GAMES porträtiert vier Gedächtnissportler*innen bei der Vorbereitung zur Weltmeisterschaft in Indonesien. Ihr Geheimnis sind „Erinnungs-Paläste“, eine Methode, die Informationen mit visuellen oder emotionalen Stimuli verknüpft.

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Ein Film über Gedächtnissportmeisterschaften hätte ohne weiteres zu einer Freakshow verkommen können. Menschen, die sich innerhalb von fünf Minuten 145 Wörter, die Reihenfolge mehrerer Kartenstapel einprägen können, oder blind einen Zauberwürfel lösen können, müssen doch sozial inkompetente Inselbegabte sein, denen zuzuhören keinen Spaß macht. MEMORY GAMES beweist das Gegenteil. Die vier begleiteten Gedächtnissportler*innen leisten Unglaubliches, und sind absolut auskunftswillig. Für Johannes aus Magdeburg, der nach einer Muskeldystrophie seinen Ergeiz vom Tischtennis auf das Erinnern verlagerte, und den Amerikaner Nelson, der sich beim Besteigen des Mount Everest noch schneller Zahlen merken kann als Zuhause, ist es einfach eine Sportart, für die man trainieren und in der man sich messen kann. Der Film lässt sie, den Münchner Simon, sowie die Schwedisch-Mongolin Yanjaa ihre Geschichten erzählen, bevor bei der Weltmeisterschaft in Indonesien alle gegeneinander antreten. Aber es geht auch um das Erinnerungsvermögen und seine Relevanz für Kultur, Religion, Gesellschaft und Geschäftswelt. Das Geheimnis der scheinbar übermenschlichen Gedächtnisleistung sind „Memory Palaces“, eine Methode, die Informationen mit visuellen oder emotionalen Stimuli verknüpft und daraus ein individuelles Konstrukt baut, das die Erinnernden blitzschnell durchfliegen, und so die Daten wieder aufrufen können. Eingeführt durch einen BBC-Gaststar und in 3D-Animation visualisiert, erscheinen die Leistungen immer noch imposant und etwas kryptisch, dafür aber auch als eine Fertigkeit, die sich jeder Mensch zu eigen machen kann. Gerade in einer Zeit, die sich zunehmend auf die digitale Speicherung und ständige Verfügbarkeit von Information verlässt, ist das organische Erinnern so ein Ausdruck der eigenen Stärke in einer ansonsten überwältigenden Sintflut der Sinneseindrücke.

Christian Klose

Details

Deutschland/USA/Schweden 2018, 85 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Janet Tobias, Claus Wehlisch
Drehbuch: Janet Tobias, Claus Wehlisch
Kamera: Zac Nicholson
Schnitt: Claus Wehlisch
Musik: John Piscitello
Verleih: Neue Visionen
FSK: oA
Kinostart: 03.10.2019

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Memory Games

Deutschland/USA/Schweden 2018 | Dokumentarfilm | R: Janet Tobias, Claus Wehlisch | FSK: oA

MEMORY GAMES porträtiert vier Gedächtnissportler*innen bei der Vorbereitung zur Weltmeisterschaft in Indonesien. Ihr Geheimnis sind „Erinnungs-Paläste“, eine Methode, die Informationen mit visuellen oder emotionalen Stimuli verknüpft.

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