Entfernung über GPS
ab PLZ

Matangi/Maya/M.I.A.

Pop-Aktivistin

Das Porträt der Sängerin, die in Sri Lanka und London aufwuchs, ist zugleich Pop-Doku und Polit-Doku.

Mehr

Matangi Arulpragasm wird von Freunden Maya genannt, inzwischen steht auch „Maya“ in ihrem britischen Pass. Als M.I.A. ist Maya einer der aufregendsten Popstars des letzten Jahrzehnts, aber MATANGI/MAYA/M.I.A. ist trotzdem weniger Pop-Doku als ein Porträt der Aktivistin Maya Arulpragasm, zusammengesetzt aus ihren eigenen Videofilmen und Material, dass ihr langjähriger Freund und ehemaliger Studienkollege Steve Loveridge gedreht hat. Hier geht es nicht vorrangig um M.I.A.s Musik, nicht um Einflüsse und Kollaborationen, obwohl das am Rande vorkommt. M.I.A. ist die einzige im Westen populäre Tamilin und sie ist die Tochter des Gründers der "Liberation Tigers of Tamil Eelam", der tamilischen Befreiungstiger, die in den USA und seit 2006 auch von der EU als Terrororganisation angesehen werden.
Loveridges Film erzählt nicht chronologisch, sondern versucht durch Montagen aus kritischen Momenten in Mayas Leben, ihre Perspektive zu beleuchten. Im Raum steht vor allem der von Lynn Hirschberg in der New York Times erhobene Vorwurf, M.I.A.s Selbstinszenierung sei eine Version des „radical chic“, ein Begriff, den Tom Wolfe 1970 für Prominente geprägt hat, die aus Imagegründen politischen Aktivismus simulieren. Loveridge zeigt immer wieder Szenen aus Mayas zweimonatigem Aufenthalt bei ihren Verwandten in Sri Lanka im Jahr 2001, und es wird tatsächlich deutlich, wie sehr die Erlebnisse dort sie geprägt haben. Ob es M.I.A. dauerhaft gelingt, politischen Pop-Aktivismus und den Lebensstil als Partnerin von Ben Bronfmann, Seagram-Erbe und Sohn des Sony Music Group Chefs zu versöhnen, bleibt offen. Die Bedeutung von M.I.A., die als Flüchtling in einer Londoner Sozialsiedlung aufwuchs, schmälert der Erfolg nicht, und die persönliche Verbundenheit zu ihren Anliegen macht MATANGI/MAYA/M.I.A. mehr als deutlich.

Hannes Stein

Details

USA/Großbritannien/Sri Lanka 2018, 97 min
Sprache: Englisch
Genre: Dokumentarfilm, Biografie, Musikfilm
Regie: Steve Loveridge
Schnitt: Marina Katz, Gabriel Rhodes
Musik: Dhani Harrison, Paul Hicks
Verleih: Rapid Eye Movies
Kinostart: 22.11.2018

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.