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Marie Curie

Pionierin der Gleichberechtigung

Marie Noëlles kluges Biopic MARIE CURIE erzählt von der Zeit zwischen Curies erstem und zweitem Nobelpreis und entwickelt eine bewusst feministische Perspektive auf die geniale Wissenschaftlerin und Pionierin der Frauenbildung.

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Marie Noëlles kluges Biopic MARIE CURIE verbindet das Private mit dem Professionellen. Zu Anfang erzählen sonnendurchflutete Bilder von einer glücklichen Ehe- und Arbeitssymbiose. Pierre und Marie Curie sind ein harmonisches Paar, zufriedene Eltern und vereint in ihrer Leidenschaft für ihre Forschung. Gerade haben sie zusammen mit Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik erhalten. Dann stirbt Pierre in einem Unfall. Noëlle nimmt sich Zeit für Maries tiefe Trauer, die den ganzen Film über spürbar bleibt. Mit Pierre fehlt Marie nicht nur der geliebte Lebenspartner, sondern auch der eine Kollege, der sie auf Augenhöhe behandelt hat, der Weggefährte im Wissenschaftsabenteuer. Allein als Frau ist es für sie wesentlich schwerer, ihre Forschungen fortzusetzen und vor allem: sich Respekt zu verschaffen. Als sie als erste Frau an der Sorbonne Pierres Physikkurs übernimmt, wird von Vetternwirtschaft gemunkelt, obwohl sie klarerweise diejenige ist, die zu den gemeinsamen Forschungen am meisten zu sagen hat. In die Académie des sciences wird sie nicht aufgenommen. Und als sie einen zweiten Nobelpreis – diesmal für Chemie – erhält, überschatten Gerüchte über eine Affäre mit einem verheirateten Kollegen die Auszeichnung. Ein Gesandter der schwedischen Botschaft legt ihr nahe, doch lieber nicht zur Verleihung anzureisen. Wenn Noëlle und Drehbuchautorin Andrea Stoll Curies Privatleben so ausführlich schildern, liegt das nicht wie so oft daran, dass sich Emotionen im Film weit besser vermitteln lassen als wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern daran, dass die beiden ihr Leben und Werk in einem historischen, feministischen Kontext sehen. Für Marie Curie war es unmöglich einfach nur Wissenschaftlerin zu sein und nicht immer zugleich auch als Frau beurteilt zu werden. Daran, dass das heute anders ist, hat Marie Curie mit ihrem rigorosen Forscherdrang und ihrem Einsatz für die Frauenbildung einen wesentlichen Anteil.

Hendrike Bake

Details

Deutschland/Frankreich/Polen 2016, 100 min
Genre: Drama, Liebesgeschichte
Regie: Marie Noelle
Drehbuch: Marie Noelle, Andrea Stoll
Kamera: Michael Englert
Musik: Bruno Coulais
Verleih: NFP
Darsteller: Karolina Gruszka, Samuel Finzi, Charles Berling
FSK: 6
Kinostart: 01.12.2016

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