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Maria Stuart, Königin von Schottland

Feministische Neuinterpretation

Mary Stuart kehrt aus Frankreich nach Schottland zurück, schlägt eine protestantische Rebellion nieder und scheitert schließlich an Intrigen. Versuch einer feministischen Neuinterpretation.

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Josie Rourke, sonst als Intendantin des international renommierten Londoner West End Theaters „Donmar Warehouse“, und Beau Willimon, Showrunner der US-Version von „House of Cards“, haben eine feministische Neuinterpretation der Geschichte von Mary Stuart unternommen. Mary (Saoirse Ronan) und Elizabeth (Margot Robbie) sind hier ambitionierte Schwestern im Geiste, die von machthungrigen, dummen und fanatischen Männern umgeben sind, die sie ins Unglück stürzen. Vielleicht aus dem Geist des Theaters, das ja gern ein bisschen verfremdet, vielleicht auch aus dem Geist der Diversität, gibt es zahlreiche People of Colour in der Besetzung, allerdings nur in Nebenrollen, meist als Boten, Kammerzofen oder Domestiken, in jedem Fall ohne Rollennamen. Das ist sicher gut gemeint, lässt die Schlösser von Hollyrood und Whitehall aber ein wenig wie Südstaaten-Plantagen mit glücklichen Haussklaven wirken. Saoirse Ronan und Margot Robbie tun, was sie können, um gegen die an Regie-Ideen für die letzte Reihe geübte Inszenierung anzuspielen, aber ganz gelingt es ihnen bei aller Präzision und Präsenz nicht, von der Effekthascherei abzulenken, die selbst Marys Hinrichtung zu Beginn des Films wie eine Modenschau wirken lässt: Auf Kommando reißen vier Zofen Mary das schwarze Büßergewand herunter und enthüllen eine leuchtend rote Robe vor dem Henkersblock. Das Drehbuch des intrigenerfahrenen Willimon huscht flott dahin und konzentriert sich auf die Kernskandale: Wer hat Mary Stuarts „Privatsekretär“, den bisexuellen italienischen Musiker David Rizzio, wer ihren Ehemann und Cousin Henry Stuart, Lord Darnley ermordet – der Skandal hatte zu Marys Abdankung vom schottischen Thron und zur Flucht nach England geführt. MARIA STUART versucht eine spannende Neubewertung der historischen Figur, aber ganz gelungen ist die TV-Theater-Kooperation nicht.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Mary, Queen of Scots
Großbritannien 2018, 124 min
Genre: Biografie, Drama, Historienfilm
Regie: Josie Rourke
Drehbuch: Beau Willimon
Kamera: John Mathieson
Schnitt: Chris Dickens
Musik: Max Richter
Verleih: Universal Pictures International
Darsteller: Margot Robbie, Saoirse Ronan, David Tennant, Jack Lowden, Gemma Chan
FSK: 12
Kinostart: 17.01.2019

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Maria Stuart, Königin von Schottland

(Mary, Queen of Scots) | Großbritannien 2018 | Biografie, Drama, Historienfilm | R: Josie Rourke | FSK: 12

Mary Stuart kehrt aus Frankreich nach Schottland zurück, schlägt eine protestantische Rebellion nieder und scheitert schließlich an Intrigen. Versuch einer feministischen Neuinterpretation.

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