Entfernung über GPS
ab PLZ

Manifesto

Dreizehnmal Cate Blanchett

In dreizehn Rollen, vom Punk bis zur Börsenmaklerin, trägt Cate Blanchett Manifeste von Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts vor. MANIFESTO ist die Filmversion einer Videoinstallation von Julian Rosefeldt, die 2016 im Hamburger Bahnhof zu sehen war.

Mehr

Cate Blanchett ist die Intellektuelle unter den großen Filmschauspielerinnen. Sie hat für Jahre das Hollywoodleben aufgeben, um die Sydney Theatre Company zu leiten, und auch seit sie wieder filmt, verfolgt sie vielfältige Interessen. Mit dem deutschen Künstler Julian Rosefeldt hat sie die Videoinstallation „Manifesto“ entwickelt, die 2016 im Hamburger Bahnhof zu sehen war. Dreizehn Leinwände, verteilt auf zwei große Hallen, Cate Blanchett in dreizehn verschiedenen Filmrollen, in denen sie Manifeste aus der Kunst des 20. Jahrhunderts vorträgt.
Dadaisten, Surrealisten, Futuristen, Konstruktivisten, die „Dogma 95“-Regisseure und eine Fülle weiterer bekannter und weniger bekannter Kunstströmungen haben neben ihrer Kunst auch ihre Manifeste hinterlassen. Utopien und Glaubensbekenntnisse, verwurzelt in ihrer Zeit, denen die Abrechnung mit dem Alten und der Aufruf zur Veränderung, zur Revolution in Kunst und Leben gemeinsam ist. Blanchetts Rollen und die jeweilige Inszenierung haben dabei unterschiedliche Funktionen. Die konservative Mutter am Dinnertisch ist der größtmögliche Kontrast zu Claes Oldenburgs Pop-Art–Manifest, das sie als Tischgebet spricht, ein komisches Highlight. Als Börsenmaklerin im perfekten Office verkörpert Blanchett das Futuristen-Manifest, das Arrangement mit ihr als Reporterin und Nachrichtensprecherin demonstriert exakt die Message der Konzeptkunst. Beim Erlebnis aller Szenen hintereinander auf der Kinoleinwand fehlt für den Zuschauer die Möglichkeit, selbst die Reihenfolge zu wählen, ein- und auszusteigen und eigene Verbindungen und Kontraste zu schaffen, wie es in der Ausstellung möglich war. Doch Blanchetts Verwandlungen vom Punk zur Lady, vom Penner zur Arbeiterin, und das Eintauchen in den Gedankenstrom der Kunstgeschichte sind faszinierend.

Susanne Stern

Details

Deutschland / Australien 2015, 130 min
Genre: Drama, Experimentalfilm
Regie: Julian Rosefeldt
Drehbuch: Julian Rosefeldt
Kamera: Christoph Krauss
Schnitt: Bobby Good
Verleih: DCM
Darsteller: Cate Blanchett
FSK: oA
Kinostart: 23.11.2017

Website
IMDB

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.