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Märzengrund

Radikaler Ausstieg

Um ihn aus seiner Depression zu holen, verbannt der Großbauer seinen Sohn Elias halbes Jahr alleine auf die Alm, in den Märzengrund. Als die sechs Monate herum sind, weigert Elias sich, wieder ins Tal zu kommen.

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Der junge Elias (Jakob Mader) steht 1968 kurz vor dem Schulabschluss, aber wo für andere die Freiheit anfängt, hört sie für ihn auf. Ein Studium kommt nicht in Frage, er soll dem Vater als Großbauer im Zillertal nachfolgen. Elias bemüht sich redlich, aber am liebsten liest er. „Er sieht die Arbeit einfach nicht“, sagt der Vater, „Er sieht nur seine Bücher.“ Der Mutter hingegen ist es lieber, der Bub liest, als dass er sich herumtreibt, und als sie mitbekommt, dass Elias sich mit der Moid trifft, die geschieden und bereits Mitte Zwanzig ist, geht sie dazwischen. Zerrieben zwischen den Ansprüchen der Eltern und den eigenen Wünschen entwickelt Elias eine schwere Depression. Der Arzt empfiehlt eine Heilanstalt, der Vater schickt den Jungen stattdessen ein halbes Jahr alleine auf die Alm, in den Märzengrund. Als die sechs Monate herum sind, weigert Elias sich, wieder ins Tal zu kommen. Im Gegenteil, er zieht noch höher herauf und baut sich einen Verschlag am Bergsee. Dort bleibt er 40 Jahre lang. Nach einem Theaterstück von Felix Mitterer, der sich wiederum an einer wahren Geschichte orientierte, erzählt Adrian Goiginger (DIE BESTE ALLER WELTEN) von einem radikalen Aussteiger. Der erste Teil kontrastiert in Rückblicken dunkle, erdrückende Familienszenen im Tal mit Elias‘ Anfängen in den Bergen. Wir sehen ihn konzentriert Steine zu einer kargen Hütte auftürmen, Fische fangen, Bäume fällen. Klares Licht fällt auf leuchtend grüne Wiesen und immer wieder folgt Elias‘ Blick dem Falken im Himmel. Der zweite Teil des Films spielt 40 Jahre später. Johannes Krisch als halsstarriger alter Elias, der sich weigert, den Berg zu verlassen ist beeindruckend. Er verkörpert eine Kompromisslosigkeit, die sich die recht brave Inszenierung des Films ansonsten kaum traut.

Toni Ohms

Details

Österreich 2021, 110 min
Genre: Drama
Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Adrian Goiginger, Felix Mitterer
Kamera: Klemens Hufnagl, Paul Sprinz
Schnitt: Birgit Foerster
Verleih: STUDIOCANAL
Darsteller: Jakob Mader, Johannes Krisch, Harald Windisch, Gerti Drassl, Verena Altenberger
Kinostart: 25.08.2022

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