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Loving Highsmith

Intime Einblicke

Im Dokumentarfilm LOVING HIGHSMITH steht die private Seite der Patricia Highsmith im Mittelpunkt: Die zu ihrem 100. Geburtstag veröffentlichten Tagebücher geben intime Einblicke, vor der Kamera kommen vor allem ehemalige Liebhaberinnen zu Wort.

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Eine Frau aus Texas wird zur Krimi-Autorin ihrer Zeit, gefeiert in den Metropolen der Welt. Ihre Liebe zu Frauen hält sie fast bis zu ihrem Lebensende geheim. Im Dokumentarfilm LOVING HIGHSMITH steht die private Seite der Patricia Highsmith im Mittelpunkt: Die zu ihrem 100. Geburtstag veröffentlichten Tagebücher geben intime Einblicke, vor der Kamera kommen vor allem ehemalige Liebhaberinnen zu Wort (u.a. die queere Berliner Künstlerin Tabea Blumenstein). Der Film ergründet die Frage: Was wissen wir über die Meisterin des psychologischen Thrillers – und was nicht? 1921 geboren, schafft Highsmith bereits mit ihrem ersten Roman den Durchbruch, Alfred Hitchcock adaptiert “Zwei Fremde im Zug”. Verfilmungen der Ripley-Romane von René Clement und Wim Wenders folgen. Posthum gibt es Hollywoodproduktionen von “Der talentierte Mr. Ripley” und “Carol”. Letzteres erscheint als ein Schlüsselwerk: Highsmith veröffentlichte diese – wegen ihres Happy Ends ikonische – lesbische Liebesgeschichte unter einem Pseudonym und outete sich erst kurz vor ihrem Tod als Autorin. Neben ihren Tagebuchaufzeichnungen zeigen stimmungsvolle Schwarzweiß-Fotografien und Interview-Aufnahmen retrospektiv ihre Willensstärke, aber auch ihre Angreifbarkeit. “Schreiben ist natürlich ein Ersatz für das Leben, das ich nicht leben kann”, notiert Highsmith einmal. In einem Interview sagt sie, sie fühle sich im Krimi-Genre missverstanden – es gehe ihr nicht so sehr um Mord als um Schuld. Da stellt sich die Frage, wie Highsmith selbst ihr Doppelleben bewertete: Der konservativen Mutter will sie gefallen und gleichzeitig die weltweit öffnenden Gay Clubs erobern. Dieses Porträt einer resilienten Frau, die mit zunehmendem Alter verbittert und selbst diskriminiert, ist keine einfache Liebeserklärung – sondern vor allem eine Hommage an ein selbstbestimmtes Leben.

Anna Hantelmann

Details

Schweiz/Deutschland 2021, 83 min
Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Eva Vitija
Drehbuch: Eva Vitija
Kamera: Siri Klug
Schnitt: Rebecca Trösch, Fabian Kaiser
Musik: Noël Akchoté
Verleih: Edition Salzgeber
Kinostart: 07.04.2022

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