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Looping

Das Meer, die Frauen, die Psychiatrie

LOOPING erzählt, mal genau beobachtet, mal surreal, von den verzweifelten Versuchen dreier Frauen, per Selbsteinweisung in eine Psychiatrische Klinik mit den jeweiligen Traumata klar zu kommen.

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Der Wind fegt durch den Strandhafer. Das Meer rauscht der Flut entgegen. Drei Frauen in Mützen und Mänteln liegen lachend auf dem Sand. So weit, so trügerisch. Statt im Strandurlaub unter Freundinnen befinden sich die Drei mitten in ihren verzweifelten Versuchen, nach ihrer Selbsteinweisung in eine psychiatrische Klinik mit den jeweiligen Traumata klar zu kommen. Kiffen. Sex. Ausbrüche des Nachts aus dem Psychiatrieheim in der Provinz zum nächsten privaten Indoorpool oder in einen Großstadtclub. Das alles scheint zu helfen. Für eine Weile.
Das, was stört an LOOPING: Das Wegdriften aus der tragischen Handlung in Sexszenen zwischen den Frauen. Die Naivität beziehungsweise Dummheit der jüngsten Figur, Leila (Jella Haase), lang und breit erzählt. Das Zusammenbrechen der ältesten und ‚mysteriösesten‘ Figur, Ann (Marie-Lou Sellem), erzählt im Turbotoaster-Modus. Die Überfrachtung mit Themen und Gefühlen, die aufgesetzt surrealen Szenen sowie die generelle Holprigkeit - wie es in einem Erstlingsfilm als Abschlusswerk einer Filmhochschule allerdings nicht verwundert.
Warum sollte man sich diesen Film von Leonie Krippendorff, Jahrgang 1985, dennoch anschauen? Weil die Episode um Frenja (Lana Cooper), ständig ausgebeutet von ihrer fetten selbstverliebten Schwester, dem wehleidigen Gatten, der kleinen unangenehmen Tochter und anderen Vampiren als Inszenierung eines Burnout-Falls herausragt. Besonders aber, weil diese authentisch wirkende ‚Krankheitsgeschichte’ anhand eines einzigen Abends bitterironische Zuspitzungen bis fast zur Lachgrenze einsetzt. Das ist souveränes Filmemachen als Beobachtung von Mitmenschen, mit einem Gespür für Tragikomik und Timing.

Jutta Vahrson

Details

Deutschland 2016, 106 min
Sprache: Deutsch
Regie: Leonie Krippendorff
Drehbuch: Leonie Krippendorff
Kamera: Jieun Yi
Schnitt: Jiheyon Park
Musik: Tammy Ingram
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Marie-Lou Sellem, Lana Cooper, Jella Haase, Maximilian Klas
Kinostart: 25.08.2016

Vorführungen

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