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Life Is Not A Competition But I Am Winning

Geschichte neu schreiben

Der Dokumentarfilm mit fiktionalen Elementen schreibt die Geschichte von trans Athlet*innen im Profisport neu.

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In LIFE IS NOT A COMPETITION, BUT I’M WINNING wird die Geschichte von denjenigen geschrieben, deren Siege systematisch unsichtbar gemacht wurden. Ein Kollektiv von queeren trans Athlet*innen begibt sich auf die Reise in eine Zeit als Sport „männlich" zu sein schien und athletische Erfolge von trans Personen und Frauen bagatellisiert wurden. Diese Reise führt sie von Lina Radke, der ersten deutschen Medaillengewinnerin in der Leichtathletik, die auf eine offizielle Ehrung ihres Erfolgs verzichten musste, bis zu transphoben Untersuchungen vor Wettkämpfen und hormonverändernden Operationen, die insbesondere an BIPoC Athlet*innen und oft ohne deren Einwilligungen vorgenommen werden.
Mit dem Dokumentarfilm von Julia Fuhr Mann dringen queere trans Personen in binäre Sphären des olympischen Sportes ein. Stereotypische Geschlechterkategorien, Traditionen und Werte des olympischen Sportes geraten durch experimentellen Schnitt und fiktive Elemente ins Wanken.
Ohne das historische Geschehen zu verfälschen, schreibt Fuhr Mann die Geschichte neu. Das Kollektiv macht sich Archivmaterial von Olympischen Spielen und Wettkämpfen zu Eigen: 1928 sind sie Teil des historischen Moments, in dem Frauen das erste Mal an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen und dienen zusätzlich als fiktive Zeitzeug*innen. Neben Lina Radke stehen nun auch sie in schwarz-weiß im Stadion und feiern Radkes Erfolg. Die Protagonist*innen erschaffen einen Raum für sich und für ihre Vorläufer*innen in Stadien, die nie für sie bestimmt waren und dessen massive Fassaden langsam an Standhaftigkeit verlieren. Die Zeitreise führt schließlich zurück in die Gegenwart und zeigt, dass die Realität von queeren trans Athlet*innen nach wie vor von weitaus mehr Kämpfen als dem reinen Wettkampf geprägt ist.

Details

Originaltitel: Life Is Not a Competition, But I'm Winning
Deutschland 2023, 79 min
Sprache: Englisch, Deutsch
Genre: Dokumentarfilm, Sportfilm
Regie: Julia Fuhr Mann
Drehbuch: Julia Fuhr Mann
Kamera: Caroline Spreitzenbart
Schnitt: Merit Giesen, Julia Fuhr Mann, Melanie Jilg
Verleih: CineGlobal
FSK: oA
Kinostart: 14.12.2023

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