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L'État et moi

Nostalgische Revolutionsposse

„Der Staat bin ich!“ fasste der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV das politische Programm des Absolutismus zusammen. Dieses Motiv der theatralen Aufführung von Politik greift Max Linz in L’ETAT ET MOI auf und verfolgt es durch die Geschichte der deutschen Rechtsprechung.

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Mit dem Ausspruch „L’etat, c‘est moi!“ - „Der Staat bin ich!“ fasste der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV einmal das politische Programm des Absolutismus zusammen: Macht ist von ihrer Verkörperung und Aufführung nicht zu trennen. Dieses Motiv der theatralen Aufführung von Politik nimmt Max Linz in seinem dritten Spielfilm L’ETAT ET MOI auf und verfolgt es durch die Geschichte der deutschen Rechtsprechung.

In seiner Komödie reist der Komponist Hans List (Sophie Rois) aus dem Jahr 1871 in das Berlin der Gegenwart. Mit ihm reisen ein Paragraf aus dem Strafgesetz des deutschen Kaiserreiches, der den Straftatbestand des Hochverrats formuliert, und die Architektur rund um das Berliner Stadtschloss bzw. Humboldtforum als Schauplatz des gesamten Films.

Während Hans List zur Zielscheibe der Exekutive wird, träumen Rechtsreferendar Yushi Lewis (Jeremy Mockridge) und Richterin Josephine Praetorius-Camusot (ebenfalls Sophie Rois) von der Leidenschaft amerikanischer Strafprozesse, und an der Staatsoper wird das revolutionäre "Les Misérables" inszeniert. Die Theatralität der Politik führt jedoch nicht zur Politisierung des Theaters - subversiv ist die Kunst in L’ETAT ET MOI höchstens aus Versehen. Vielleicht schwingt in dieser Diagnose eine gewisse Nostalgie mit, nach einer Zeit als Schriftsteller*innen und Komponist*innen noch auf den Barrikaden standen, wie während der Pariser Kommune, oder als Agitation noch eine legitime künstlerische Strategie war, wie zur Zeit des im Film zitierten Eisenstein?

Nostalgisch ist auch die von Linz gewählte Form der Posse, inklusive Verwechslungen, Slapstick und enttäuschter Liebe. Verstärkt werden die Absurditäten noch durch Verfremdungseffekte, Blicke in die Kamera und betont hölzerne Dialoge, so dass L’ETAT ET MOI wie eine Antwort auf Julian Radlmaiers marxistische Vampirklamotte BLUTSAUGER wirkt.

Yorick Berta

Details

Originaltitel: L'etat et moi
Deutschland 2022, 85 min
Genre: Komödie
Regie: Max Linz
Kamera: Markus Koob
Schnitt: Kathrin Krottenthaler
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Hêvîn Tekin
FSK: 12
Kinostart: 01.09.2022

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L'État et moi

(L'etat et moi) | Deutschland 2022 | Komödie | R: Max Linz | FSK: 12

„Der Staat bin ich!“ fasste der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV das politische Programm des Absolutismus zusammen. Dieses Motiv der theatralen Aufführung von Politik greift Max Linz in L’ETAT ET MOI auf und verfolgt es durch die Geschichte der deutschen Rechtsprechung.

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