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Las Insoladas – Sonnenstiche

Über den Dächern von Buenos Aires

Sechs Frauen in grellen, neonfarbenen Bikinis treffen sich auf den Dächern von Buenos Aires und träumen von einer Reise in die Karibik. Auf den ersten Blick wirken ihre Gespräche so trivial wie die in LAS INSOLADAS allgegenwärtige Popkultur der 1990er Jahre, doch im Hintergrund sind die nationalen und globale Krisen spürbar.

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Samstag, 30. Dezember 1995. Sechs Frauen in grellen, neonfarbenen Bikinis räkeln sich braungebrannt zu Salsa-Musik auf den Dächern von Buenos Aires – direkt über der Avenida 9 de Julio, der Hauptverkehrsader mitten im Zentrum der argentinischen Hauptstadt. Wie schon in Gustavo Taretto‘s Debut MEDIANERAS ist Buenos Aires auch hier eine unbewohnbare Metropole, aus der man unbedingt flüchten muss. Als mächtige Kulisse hängt die Skyline der Stadt wie ein Damokles-Schwert über den Freundinnen, die dort oben ihrem Traum einer 14-tägigen Pauschalreise nach Kuba frönen und sich auf ihr gemeinsames Salsa-Turnier am selben Abend einstimmen. Es ist das Jahr, in dem der neoliberale Präsident Carlos Menem in seinem Amt bestätigt wurde. In seiner zweiten Amtsperiode wird er Argentinien in den finanziellen Bankrott führen. Doch davon ist nur nebenbei die Rede, denn das Thermometer steigt an diesem Sommertag auf 40 Grad.
Die Gespräche der Frauen drehen sich um Liebhaber und Jobs, um Beauty-Tipps und insbesondere natürlich um die Reisepläne der sechs. Auf den ersten Blick wirken sie so trivial wie die in LAS INSOLADAS allgegenwärtige Popkultur der 1990er Jahre: der poppig bunte Plastik-Style, die schlechten Tattoos, die motivisch-lackierten Fingernägel, die viel zu großen Handys und Ghettoblaster. Fast wähnt man sich im Video „Barbie Girl“ der skandinavischen Gruppe Agua oder auch in einem der frühen knallbonbonbunten Werke des großen Camp-Filmers Pedro Almodóvar. Hinter der Fassade des endlosen Geplappers stecken allerdings komplexe Themen, geht es um Politik und Werte, blitzt nicht nur die ökonomische Krise Argentiniens im Jahr 2001, sondern auch Globalisierungskritik immer wieder auf.

Nina Linkel

Details

Originaltitel: Las Insoladas
Argentinien 2014, 102 min
Genre: Komödie
Regie: Gustavo Taretto
Drehbuch: Gustavo Taretto
Kamera: Leandro Martínez
Schnitt: Pablo Mari
Musik: Gabriel Chwojnik
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Darsteller: Carla Peterson, Elisa Carricajo, Marina Bellati, Luisana Lopilato, Violeta Urtizberea, Maricel Álvarez
FSK: oA
Kinostart: 06.08.2015

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