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Die reichste Frau der Welt

Huppert trifft Hochstapler

Ist die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, nebst ihren innewohnenden versteckten Lüsten, unaufgearbeiteten Familienwahrheiten und tief sitzenden Ressentiments, bewegt sich im Film nicht mehr allzu viel.

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Marianne Farrère ist nicht einfach ordinär reich, sie ist „begütert“. Als Tochter einer Beautydynastie – ihr Charakter wurde inspiriert von Liliane Bettencourt – ist sie es gewohnt, hofiert zu werden, und pflegt ihre Depressionen ebenso wie einen Hang zu nonchalantem Sarkasmus. Isabelle Huppert verkörpert diese distinguierte Haltung, die einsame Spitze der echten Hautevolee. Guy, ihr biederer Ehemann, und Jérôme, der Boy für Alles, der seine Haare immer noch auf die billige Art blondiert, ergänzen das häusliche Setting für ein durchaus amüsantes Kammerspiel. Natürlich darf auch ein Bösewicht nicht fehlen. Der Lebemann Pierre-Alain (Laurent Lafitte), der einer Straßenkatze gleich, all die richtigen Instinkte zum Überleben hat, mischt alsbald das vorhersehbare Leben der Familie auf. Er wagt es, Marianne Kontra zu geben, sie einfach anzufassen. Erst spricht er von ihren Haaren als „totes Tier“, dann stellt er den Einrichtungsstil der Villa infrage, schließlich führt er sein Sexleben auf großer Bühne auf und sorgt damit für die lustigsten Schlagabtausche in diesem Film. Mariannes Tochter Frédérique will den vulgären Hochstapler wieder loswerden, aber der hat sich schon festgebissen, im Herz von Madame. Endlich darf sie über die Stränge schlagen und auch mal zu Kreuze kriechen. Denn, das weiß sie, die Macht des Geldes endet dort, wo die Freude beginnt. Aber ist die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, nebst ihren innewohnenden versteckten Lüsten, unaufgearbeiteten Familienwahrheiten und tief sitzenden Ressentiments, bewegt sich nicht mehr allzu viel. Nicht in der Handlung und wohl auch nicht im richtigen Leben. Regisseur Thierry Klifa bleibt den Regeln der Reichen treu: Dynastien müssen überleben, und sie haben die Ressourcen. Das unterscheidet sie vom gemeinen Pöbel.

Susanne Kim

Details

Originaltitel: La Femme la plus riche du Monde
Frankreich 2025, 123 min
Sprache: Französisch
Genre: Drama, Komödie
Regie: Thierry Klifa
Drehbuch: Cédric Anger, Jacques Fieschi, Thierry Klifa
Kamera: Hichame Alaouié
Schnitt: Chantal Hymans
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitten, Marina Foïs, Raphaël Personnaz
Kinostart: 23.04.2026

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Die reichste Frau der Welt

(La Femme la plus riche du Monde) | Frankreich 2025 | Drama, Komödie | R: Thierry Klifa

Ist die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, nebst ihren innewohnenden versteckten Lüsten, unaufgearbeiteten Familienwahrheiten und tief sitzenden Ressentiments, bewegt sich im Film nicht mehr allzu viel.

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