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Kursk

Drama unter und über Wasser

2001 sank das russische U-Boot „Kursk“ nach eine Explosion mit 118 Mann Besatzung. Während daheim die Angehörigen verzweifeln, lehnt die russische Regierung internationale Hilfe ab.

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Das Drama um die K-141 „Kursk“ im Jahr 2000 war eine menschliche Tragödie. Zudem war die gescheiterte Rettungsmission, aber auch eine verschenkte Chance, die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen aufzutauen. Insofern ist Thomas Vinterberg (DIE JAGD) keine schlechte Wahl für eine Leinwandadaption. Allerdings fungierte Luc Bessons Produktionsfirma „Europa“ als Geldgeber und die Kombination aus Action und Drama will nicht so recht funktionieren. Zu Beginn wähnt man sich noch in einem skandinavischen Arthousefilm. Es wird gefeiert und getrunken, die Marine als Familienersatz eingeführt. Doch schon das Auftauchen von Matthias Schweighöfer und August Diehl irritiert. Tatsächlich ist Matthias Schoenaerts neunjähriger Filmsohn Artemiy Spiridonov der einzige Russe im Ensemble der paneuropäischen Produktion. Schoenaerts gibt den Kapitän der Kursk, Mikhail Averin. Ein gutmütiger Mann, der auch einen klaren Kopf behält, als das Atom-U-Boot auf Grund läuft. Eine Fehlfunktion ließ die Sprengkörper an Bord detonieren. Der Großteil des Schiffes liegt in Trümmern. Eine Handvoll Männer überlebt, und der Film schneidet nun zwischen dem Drama unter Wasser und dem politischen Taktieren hin und her. Daheim bangen Mikhails schwangere Gattin Tanya (Léa Seydoux) und die anderen Seefahrer-Frauen um das Leben ihrer Männer. Colin Firth hat einen Auftritt als britischer Kapitän, der Hilfe bei der Bergung anbietet, und es gibt ein Wiedersehen mit Max von Sydow, der den befehlshabenden Minister im russischen Kabinett gibt. Robert Moores Buch „A Time to Die“ lieferte die Vorlage zu KURSK, zahlreiche Experten trugen ihr Hintergrundwissen bei. Aber das Drehbuch von Robert Rodat (DER PATRIOT) wirkt unausgeglichen, die Kameraarbeit von Anthony Dod Mantle (SLUMDOG MILLIONAIRE) immer zu weit weg, um die Klaustrophobie unter Wasser einzufangen, und einige hochspannende Momente sind zu wenig für einen packenden Katastrophen-Thriller.

Lars Tunçay

Details

Belgien/Luxemburg 2018, 117 min
Genre: Drama, Historienfilm
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: Robert Rodat
Kamera: Anthony Dod Mantle
Schnitt: Valdis Óskarsdóttir
Musik: Alexandre Desplat
Verleih: Wild Bunch
Darsteller: Colin Firth, Matthias Schoenaerts, Léa Seydoux, Max von Sydow, Michael Nyqvist, August Diehl
FSK: 12
Kinostart: 11.07.2019

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