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Kolyma – Straße der Knochen

Gulag oder Gulasch?

Entlang der 2000km langen Kolyma-Fernstraße lagen bis 1987 die Straflager der UDSSR. Autorenfilmer Stanislaw Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist die komplette Länge der Fernstraße.

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Wer in der Region entlang der Kolyma-Fernstraße, die sich im Nordosten Russlands 2000 Kilometer durch die karge Landschaft zieht, durch Schnee und Eis gräbt, fördert bald etwas zu Tage. Zum einen finden sich Bodenschätze wie Gold, Platin und Uran, die seit Jahrzehnten im Tage- und Untertagebau geschürft werden. Zum anderen war die Region bis 1987 das Zentrum des sowjetisch/russischen Straflagersystems. Von den fünf Millionen, die hier für den Bergbau oder für die Errichtung der Fernstraße eingesetzt wurden, verließ der Großteil die Region nie wieder, sondern wurde in riesigen Massengräbern verscharrt. Aus diesem Grund ist die Kolyma-Fernstraße auch als „Straße der Knochen“ bekannt. Autorenfilmer Stanislaw Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist in seinem Film die komplette Länge der Fernstraße. Auf dem Weg interviewt er junge Imbissbetreiber, die das Wort „Gulag“ mit „Gulasch“ verwechseln, aber auch ehemalige Insassen, die zum Teil sehr offen über die Morde reden, wegen derer sie verurteilt wurden. Manchmal war der Inhafierungsgrund aber auch einfach eine unüberlegte Äußerung über den Diktator. Es liegt eine Aura des Leids über der Region, die sich auch heute noch auf die Bewohner auswirkt, sagt einer von ihnen. Die ansässigen Schüler amüsieren sich jedenfalls noch mit patriotischen Schulaufführungen, machen aber auch sehr klar, dass sie ihre Zukunft nach dem Abitur woanders sehen. Und einige, die geblieben sind, werden einfach etwas wunderlich und gehen Experimenten nach, in denen sie angeblich die Alterung mit Starkstrom umkehren können. So bedrückend die Vergangenheit der Region, die man in Moskau wahrscheinlich fast vergessen hat, auch ist, so sehr hinterlässt KOLYMA den Eindruck, dass der üblen Erinnerung ein starker und enorm kreativer Lebenswille entgegengesetzt wird, der nicht so einfach totzukriegen ist.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Kolyma
Deutschland 2017, 85 min
Genre: Dokumentarfilm, Roadmovie
Regie: Stanislaw Mucha
Drehbuch: Stanislaw Mucha
Kamera: Enno Endlicher
Schnitt: Emil Rosenberger, Stanislaw Mucha
Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel
Verleih: W-Film
FSK: 12
Kinostart: 21.06.2018

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Kolyma - Straße der Knochen

(Kolyma) | Deutschland 2017 | Dokumentarfilm, Roadmovie | R: Stanislaw Mucha | FSK: 12

Entlang der 2000km langen Kolyma-Fernstraße lagen bis 1987 die Straflager der UDSSR. Autorenfilmer Stanislaw Mucha, dessen Großvater im Gulag einsaß, bereist die komplette Länge der Fernstraße.

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