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Kafkas Der Bau

Düster-klaustrophobisches Bilderlabyrinth

Jochen Alexander Freydank - der 2009 mit dem Oscar für seinen Kurzfilm SPIELZEUGLAND ausgezeichnet wurde und seither für das Fernsehen gearbeitet hat – hat für sein Kinodebüt Kafkas unvollendete Erzählung DER BAU als düster-klaustrophobisches Bilderlabyrinth verfilmt. In der Hauptrolle ist Axel Prahl als dachsähnlicher Baubewohner Franz zu sehen.

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Franz hat scheinbar alles, was man sich wünschen kann – eine schöne Ehefrau, zwei lebenslustige Kinder, ein überdimensioniert großes Auto, einen wichtigen Bürojob und vor allem eine teure Eigentumswohnung in einem aufsehenerregend roten Gebäudekomplex, die ihm als Rückzugsort und Schutzraum vor der Welt dient. „Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen“, flüstert er selbstzufrieden in die Kamera, doch kaum sind die Worte ausgesprochen, beginnt auch schon der Zweifel an ihm zu nagen.
Franz‘ Worte sind auch die ersten Worte in Franz Kafkas unvollendet gebliebener Erzählung DER BAU, die Regisseur Jochen Alexander Freydank - der 2009 mit dem Oscar für seinen Kurzfilm SPIELZEUGLAND ausgezeichnet wurde und anschließend überwiegend für das Fernsehen gearbeitet hat - für sein Kinofilmdebüt recht frei adaptiert hat. Für KAFKAS DER BAU setzt Freydank auf eine dunkel-klaustrophobische Ästhetik, elegant-schleichende Kamerafahrten und eine detailreiche und stimmige Ausstattung, um den sich steigernden Wahn seiner Hauptfigur adäquat zu inszenieren - und tatsächlich gelingt es ihm auf diese Weise, sich der alptraumhaften und der narrativen Logik widersetzenden Erzählweise Kafkas anzunähern. Wie beim Vorbild wird die absurde Paranoia der Hauptfigur zur Metapher auf den Sicherheitswahn in unsicheren Zeiten. Freydank entwirft ein paradoxes Gedanken- und Bilderlabyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt. Wo Kafka seine Hauptfigur als dachsähnliches Tier beschreibt, für das er sich stark an der Vorlage aus Brehms Tierleben orientierte, verkörpert hier Axel Prahl die gedrungene Hauptfigur fauchend, wühlend und manisch. In den prominent besetzten Nebenrollen sind Josef Hader, Robert Stadlober und Devid Striesow zu sehen.

Jens Mayer

Details

Deutschland 2014, 114 min
Genre: Drama, Literaturverfilmung
Regie: Jochen Alexander Freydank
Drehbuch: Jochen Alexander Freydank
Kamera: Egon Werdin
Schnitt: Philipp Schmitt
Musik: Rainer Oleak
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Axel Prahl, Robert Stadlober, Josef Hader
FSK: 12
Kinostart: 09.07.2015

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