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Jack

Allein in einer großen Stadt

Jack ist zehn Jahre alt. Seine Mutter Sanna ist 26 und zwar ganz nett, aber offenbar zu verstrahlt, um sich um Jack und seinen kleinen Bruder zu kümmern. Also übernimmt Jack die Verantwortung für den kleinen Manuel so gut er kann.

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Jack ist zehn Jahre alt. Seine Mutter Sanna ist 26 und zwar ganz nett, aber offenbar zu verstrahlt, um sich um Jack und seinen kleinen Bruder zu kümmern. Jack übernimmt die Verantwortung für den kleinen Manuel so gut er kann, aber nach einem Unfall, bei dem Manuel verletzt wird, kommt Jack ins Heim. Als seine Mutter ihn zum Wochenende nicht abholt und er bei einem Streit einen anderen Jungen verletzt, flieht Jack. Er holt seinen kleinen Bruder bei einer Freundin ab, wo ihn Sanna abgestellt hatte, und will mit ihm nach Hause. Aber die beiden treffen Sanna nicht an und machen sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Die Erwachsenen, denen sie dabei begegnen, sind zwar größtenteils auch ganz nett und hilfsbereit, aber Verantwortung für die beiden Streuner will niemand übernehmen.
Zwei kleine Jungen irren da also durch Berlin. Wenn ihnen nicht gerade jemand eine Pizza spendiert, ernähren sie sich von geklauter Kaffeesahne und Zuckertütchen. Jack muss nicht nur für sich und Manuel sorgen, sondern trägt auch den ganzen Film auf seinen schmalen Schultern. Die sind um einiges stärker, als es zunächst den Eindruck macht. Der 13-jährige Ivo Pietzker spielt die Hauptrolle mit einer solchen Anspannung, dass es beinahe körperlich Mühe macht, ihm zuzusehen. Jack ist permanent überlastet, und es gibt keinen Ausweg. Er ist nicht alt genug um für seinen Bruder zu sorgen, nicht stark genug um sich im Heim zur Wehr zu setzen. Die Erwachsenen sind nicht interessiert genug. JACK zeichnet ein Bild der totalen Verlorenheit, die dabei nur um Haaresbreite neben der Möglichkeit einer ganz normalen Kindheit zu liegen scheint. Hätte Sanna etwas mehr Zeit, etwas mehr Geld, wäre sie etwas gelassener, wären ihre Beziehungen etwas stabiler, würde sie etwas weniger arbeiten, etwas weniger feiern, wäre die Kinderbetreuung etwas umfassender, könnte alles gut werden. Aber so ist es nicht.

Tom Dorow

Details

Deutschland 2013, 103 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Edward Berger
Drehbuch: Edward Berger, Nele Mueller-Stöfen
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Janina Herhoffer
Musik: Christoph Kaiser, Julian Maas
Verleih: Camino Filmverleih
Darsteller: Jacob Matschenz, Nele Mueller-Stöfen, Luise Heyer, Vincent Redetzki, Ivo Pietzcker, Georg Arms, Antony Arnolds, Johann Jürgens, Odine Johne
FSK: 6
Kinostart: 09.10.2014

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