
Neue Notiz
Im Rosengarten
Geschwisterreise
Der deutsche Rapper Yak soll sich um seine syrische Halbschwester Latifa kümmern - die er bislang gar nicht kannte.
Die Erkrankung ihres gemeinsamen Vaters bringt Yak (Kostja Ullmann) und Latifa (Safinaz Sattar) zusammen: Er ist ein erfolgreicher Rapper, aufgewachsen in Deutschland, sie die 15-jährige Halbschwester aus Aleppo, von der Yak bisher nichts gewusst hat. Vor 30 Jahren war sein alter Herr allein zurück in die syrische Heimat gegangen. Jetzt liegt er in einem Köllner Krankenhaus im Koma; eine komplizierte Herzoperation steht ihm bevor. In einem knappen Abschiedsbrief an seinen Sohn bittet er Yak, sich um Latifa zu kümmern. Sie spricht kein Deutsch, er kein arabisch. Englisch? „Ein bisschen“, sagt das scheue Mädchen.
Ihre Kommunikationsschwierigkeiten erweisen sich jedoch bald als das geringste Problem. Yak fühlt sich überfordert mit der Situation, will Latifa bei einem alten Freund absetzen. Doch so einfach lässt sich die Teenagerin nicht abschütteln. Als hätte der ausgebrannte Musiker nicht schon genügend Schwierigkeiten: Zu viele Drogen und ein knallharter Manager haben ihn im Laufe seiner Karriere zuerst in die Isolation, jetzt zum Burnout getrieben. Vielleicht ist eine Zwangspause also genaugenommen nicht die schlechteste Idee.
Leis Bagdach stammt selbst aus einer syrisch-deutschen Familie. Der Regisseur und Drehbuchautor ist wie seine Mutter im Rheinland geboren und fühlt, wie er sagt, sich bis heute zerrissen zwischen den Kulturen. Kostja Ullmann bringt diesen Konflikt im Film ehrlich und ungeschönt zum Ausdruck. Es ist aber nicht seine darstellerische Leistung allein, die hier ins Auge fällt. Safinaz Sattar webt mit ihrer sanften Ausstrahlung gleichzeitig einen Charme in die filmische Textur, der das streckenweise etwas ungeschickt wirkende Roadmovie immer wieder ins Gleichgewicht schaukelt. Vor allem die bewussten Brüche zwischen Realität und Traum, Gewalt und Poesie, die Bagdach in die Erzählung eingebaut hat, wirken durch ihre verletzliche Präsenz weniger künstlich und distanziert.
Deutschland 2024, 99 min
Sprache: Deutsch, Arabisch
Genre: Drama
Regie: Leis Bagdach
Drehbuch: Leis Bagdach
Kamera: Andreas Bergmann
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Maya Youssef, Nico Seyfrid
Verleih: Camino Filmverleih
Darsteller: Kostja Ullmann, Safinaz Sattar, Husam Chadat, Verena Altenberger, Tom Lass
Kinostart: 11.12.2025
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Im Rosengarten
Deutschland 2024 | Drama | R: Leis Bagdach
Der deutsche Rapper Yak soll sich um seine syrische Halbschwester Latifa kümmern - die er bislang gar nicht kannte.
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