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Ich bin tot, macht was draus

Rocker auf Reisen

Eine alternde belgische Rockband unternimmt einen Roadtrip in die USA, der aufs Allerabsurdeste schief geht. Ihren Leadsänger, bzw. dessen Asche, haben sie in einer Plastiktüte dabei.

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Roadmovies sind jene Filme, in denen alle im Auto sitzen, idealerweise ein Cabrio vergangener Jahrzehnte, und entlang von Highways oder schönen Landstraßen dem Horizont entgegen brausen. Plotmotive werden nur vorgeschoben, denn meistens befindet man sich dabei auf der Suche nach sich selbst. In diesem belgischen Spielfilm sitzen die alternden Mitglieder einer Rockband bloß im Traum in einem solchen typischen Gefährt. Ansonsten finden sie sich mal auf einem Motorrad wieder, dann im Flugzeug nach Los Angeles - das fast abstürzt und in der frankokanadischen Provinz notlanden muss - und bald darauf in einem Zug. Der aber leider nicht in den Süden zur Metropole Montreal, sondern in den hohen Norden fährt. Dahin, wo es nur noch Braunbären, Wasserflugzeuge und alte oder neue Freundschaften geben wird. Ob sich dabei irgendjemand selber findet oder nur ein kaltes Bier oder die nächste skurrile Schlafgelegenheit, bleibt offen.
Was passiert, wenn die Filmemacherbrüder Guillaume und Stéphane Malandrin ihre Protagonisten mit der Asche eines Kumpels – blöderweise der Leadsänger der Band - losschicken, fasziniert bis zum Schluss. Das mag an den realitätsnahen Charakteren und ihren Darstellern liegen, besonders Bouli Lanners, Wim Willaert, Lyes Salem, denen man alles verzeiht, selbst das übermäßige Kotzen und das ständige Schmollen. Es mag aber auch an diesem Roadtrip der Zufälle und Unfälle liegen, bei dem hier und da Figuren am Wegesrand zurück bleiben, bis nur noch drei von ihnen versuchen, das Ziel zu erreichen und die Asche in der Einkaufstüte mit Würde zu bestatten. Es wird ihnen nicht gelingen. Dafür gelingt ICH BIN TOT, MACHT WAS DRAUS als Hommage an den Mythos Rock’n’Roll. Der zwar niemals stirbt, aber selten so rührend gefeiert wurde wie von diesem Trupp hochsympathisch durchgedrehter Belgier.

Jutta Vahrson

Details

Originaltitel: Je suis mort mais j'ai des amis
Belgien/Frankreich 2015, 96 min
Genre: Komödie
Regie: Guillaume Malandrin, Stéphane Malandrin
Drehbuch: Guillaume Malandrin, Stéphane Malandrin
Kamera: Hugues Poulain
Schnitt: Yannick Leroy
Musik: Dino Carapelle
Verleih: Camino Filmverleih
Darsteller: Bouli Lanners, Wim Willaert, Lyes Salem
FSK: 6
Kinostart: 28.04.2016

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