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Hong Kong Trilogy: Preschooled Preoccupied Preposterous

Essayfilm von Christopher Doyle

Christopher Doyle, einst Stammkameramann von Wong Kar-wai, arbeitet inzwischen auch als Regisseur. HONG KONG TRILOGY über den Stadtstaat mit Sonderstatus ist ein Dokumentarfilm mit essayistischem Touch, der als Plädoyer für Freiheit verstanden werden kann.

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Seine ersten Lorbeeren verdiente der Australier Christopher Doyle als Stammkameramann von Wong Kar-wai, mit dem er Hongkong-Perlen wie CHUNGKING EXPRESS oder FALLEN ANGELS drehte. Später gestaltete Doyle die farbenprächtigen Tableaus in HERO oder die langen Einstellungen in Jim Jarmuschs LIMITS OF CONTROL, und seit ein paar Jahren versucht er sich auch als Regisseur und Kameramann in Personalunion. Sein HONG KONG TRILOGY ist ein Dokumentarfilm mit essayistischem Touch, der als Plädoyer für Freiheit verstanden werden kann. Das erste der drei Kapitel stellt ein paar Schulkinder vor, darunter der pummelige „Vodka“, der mit seinen schwer beschäftigten Eltern fast nur via Skype kommuniziert, und ein junger Buddhist, der für gutes Karma Schildkröten in die Freiheit entlässt. Thematisch gewinnt der Film erst ab dem zweiten Kapitel an Stringenz, wenn Doyle den Fokus auf die „Umbrella Revolution“ legt. Der 79-tägige Streik legte im September 2014 ganze Stadtteile Hongkongs lahm, weil hunderte meist junge Demonstranten mitten auf der Straße ihre Zelte aufschlugen. Doyle schwenkt über das Protestcamp und spricht mit den Aktivisten, die mehr politische Teilhabe einfordern. Dass der Filmemacher mit den Demonstranten sympathisiert, verdeutlicht zum Beispiel eine sonderbare Spielszene, in der Polizeibeamte einen Jungen maßregeln, weil er eine Parkbank vollgekrümelt hat. Als roter Faden ziehen sich die Themen Freiheit und Demokratie durch den inhaltlich etwas thesenhaften und bisweilen prätentiösen Essayfilm, der aus vielen Kurzporträts und Impressionen besteht. Die mit Stilwillen komponierten Bilder, in denen ein blaustichiger Dunst über Hongkong liegt, greifen die horizontalen und vertikalen Linien der Großstadt auf und machen HONG KONG TRILOGY zumindest ästhetisch interessant.

Christian Horn

Details

Originaltitel: Hoeng gong saam bou kuk
Hong Kong 2016, 90 min
Genre: Essayistischer Film
Regie: Christopher Doyle
Drehbuch: Alex Bedwell, Jason Cheung, Selene Cheung
Kamera: Christopher Doyle
Schnitt: Aq Lee, Jenny Suen, Jinpo Yip
Verleih: Rapid Eye Movies
Kinostart: 15.12.2016

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