
Neue Notiz
Holy Meat
Wüste Passionsspiele
Das schwäbische Dorf Winteringen wird Schauplatz eines Theaterereignisses, wie man es dort und in weiter Umgebung noch nicht gesehen hat.
Ein Film auf Schwäbisch – und der Dialekt markiert nicht wie so oft das Provinziell-Trottelige, sondern: Im Schwäbischen wird halt Schwäbisch gesprochen. So porträtiert der Film das Dorf Winteringen, satirisch, aber liebevoll und eben nicht als Hinterwäldlerkaff. Vielmehr als Schauplatz eines Theaterereignisses, wie man es dort und in weiter Umgebung noch nicht gesehen hat. Mit Strip-Straps-Show der Heiligen, wurstumhängtem Heiligen Geist, mit einem Schwein, das die Kraft und Heiligkeit Gottes symbolisiert, mit einem Bischof, dem es für seine geistliche Führungsrolle reicht, ein männliches Glied zu haben – ein wilder und wüster Reigen, und HOLY MEAT zeigt, wie es so weit hatte kommen können: Nämlich mit einem dänischen Priester, der sich ins Schwäbische versetzen lässt und mit einem gediegenen, erhebenden Passionsspiel die Attraktivität der allzu kleinen Gemeinde vergrößern will. Mit einem Berliner Regisseur, der nach ungerechtfertigtem Shitstorm Exil in der Provinz sucht. Mit einer Metzgerin, die nach Stuttgart abgehauen und nun zurückgekehrt ist. Weil der Priester, aus Geldmangel, ihrer Mutter das Erbe abgeluchst hat …
Dreimal „fish out of water“ in Winteringen: In einer Art Triptychon baut sich die Satire über Kirche und ihre schwindende Relevanz, über Dörfler, die über sich hinauswachsen, über Missbrauch von Körpern, von Geld, von Macht und Autorität auf. Über weite Strecken funktioniert das sehr gut, weil Regisseurin Alison Kuhn niemanden lächerlich macht, sondern vielleicht lächerliche, vor allem aber verzweifelte Handlungen zeigt, die das System „Kirche“ und „Dorf“ verlangt. Das ist witzig, das ist bissig – setzt aber schließlich zu sehr auf allumfängliches Happy End. Der Film legt den Finger auf die Wunde, versucht aber leider letztlich zu heilen, statt wirklich um- und aufzurühren.
Deutschland 2025, 117 min
Genre: Komödie
Regie: Alison Kuhn
Drehbuch: Alison Kuhn
Kamera: Matthias Reisser
Verleih: Camino Filmverleih
Darsteller: Homa Faghiri, Pit Bukowski, Jens Albinus, Lou Strenger, Jeremias Meyer
FSK: 12
Kinostart: 01.01.2026
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Holy Meat
Deutschland 2025 | Komödie | R: Alison Kuhn | FSK: 12
Das schwäbische Dorf Winteringen wird Schauplatz eines Theaterereignisses, wie man es dort und in weiter Umgebung noch nicht gesehen hat.
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