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Hey Bunny

Glückliche Kaninchen auf Abwegen

Der schüchterne Programmierer Adam soll eigentlich nur das Datennetzwerk der FU auf Sicherheitslücken untersuchen, aber dann wird das Netzwerk gehackt und alle Daten zum renommierten „Glücks-Gen-Projekt“ verschwinden, ebenso wie die friedliebenden weißen Versuchskaninchen …

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HEY BUNNY ist ein Berliner Film, kein Berlinfilm. Von Sehenswürdigkeiten und Hipsterlocations hält HEY BUNNY sich fern. Im Wesentlichen spielt die absurde Story an der FU in Dahlem und in einem Professorenhaus in Zehlendorf. Gut, eine Junggesellenbude und ein Späti in Kreuzberg kommen auch vor, aber der Fernsehturm ist nur ganz kurz im Bild und hinter einer Brandwand lugt einmal eine Kuppel hervor, die der Berliner Dom sein könnte. Dieses Understatement könnte daran liegen, dass Barnaby Metschurat, der bislang als Schauspieler unterwegs war (L’AUBERGE ESPAGNOLE, KDD, RACE) und hier gemeinsam mit Partnerin Lavinia Wilson sein Regiedebüt hinlegt, gebürtiger Berliner ist. Es passt aber auch ganz gut zur Hauptperson Adam (gespielt von Metschurat), einem ziemlich planlosen und leicht soziophoben Programmierer, der eigentlich nur das Datennetzwerk der FU auf Sicherheitslücken untersuchen soll, aber dann wird das Netzwerk gehackt und alle Daten zum renommierten „Glücks-Gen-Projekt“ verschwinden, ebenso wie die ungeheuer friedliebenden weißen Versuchskaninchen, und Adam erscheint auf einmal als Hauptverdächtiger. Zumal die Kaninchen allesamt im Haus seines Vaters auftauchen, der damals das Projekt auf den Weg brachte, nun aber dement ist und sich sehr über die Kaninchen freut. Einen Großteil seines Charmes bezieht der Film ab da aus freundlich vor sich hinmümmelnden Kaninchen, die an den unmöglichsten Stellen auftauchen. Ebenso tauchen auf: eine weltverbessernde Organisation namens NOW, eine kettenrauchende Forschungsleiterin, die lieber an Krebsmedikamenten als an Glücksgenen forschen würde, ihre konfuse Tochter Helen (Wilson) und jede Menge Touristinnen, die Adams Bruder Allen in der Stadt aufgabelt. Das ist absolut so wirr gemeint, wie es klingt und sehr liebevoll und sichtlich low-budget in Szene gesetzt. Man merkt, dass das Team an jeder Szene hängt. Vielleicht zu sehr. Etwas mehr Tempo hätte der Screwball-Komödie nicht geschadet.

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2016, 93 min
Genre: Komödie
Regie: Barnaby Metschurat, Lavinia Wilson
Drehbuch: Barnaby Metschurat
Kamera: Florian Foest, Raphael Beinder, Andres Lizana Prado
Schnitt: Julia Karg, Carsten Piefke, Claudia Trost
Musik: Jasmin Shakeri
Verleih: HotCouple
Darsteller: Harald Schrott, Lavinia Wilson, Barnaby Metschurat, Marie Gruber, Edin Hasanovic
FSK: oA
Kinostart: 27.04.2017

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