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Harriet – Der Weg in die Freiheit

Energisches Biopic

Nach ihrer erfolgreichen Flucht von einer Plantage im Jahr 1849 kehrt Harriet Tubman immer wieder in den Süden zurück und verhilft Dutzenden Sklaven zur Flucht. Kasi Lemmons Biopic konzentriert sich voll und ganz auf die Hauptfigur, die von Cynthia Erivo ein drucksvoll verkörpert wird.

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Über zwei Dinge besteht im Fall von HARRIET kein Zweifel: Zum einem ist ein Film über Harriet Tubman, die dutzenden Sklaven in den Südstaaten zur Flucht auf der „Underground Railroad“ verhalf, längst überfällig gewesen. Zum anderen wird die außergewöhnliche afroamerikanische Aktivistin von Cynthia Erivo in Kasi Lemmons Biopic kraftvoll und eindrücklich verkörpert. Fraglich scheint dagegen, ob die Regisseurin tatsächlich den richtigen Ansatz gefunden hat, die außergewöhnliche Lebensgeschichte Tubmans auf der Leinwand umzusetzen. Denn anders als etwa Steve McQueens Meisterstück TWELVE YEARS A SLAVE, richtet Lemmon in ihrer Erzählung den Fokus nicht auf das System, nicht auf die Sklaverei, sondern ganz und gar auf ihre Hauptfigur. Der Druck, der dadurch auf Erivos schmalen Schultern lastet, ist enorm, und dennoch trägt sie diesen Film erhobenen Hauptes, so wie es der wahren Araminta “Minty” Ross entspricht, die sich nach ihrer erfolgreichen Flucht von einer Plantage in Dorchester County, Maryland, im Jahr 1849 Harriet Tubman nennt. In Philadelphia angekommen, gelingt es ihr mit Hilfe des Widerstandskämpfers William Still (Leslie Odom Jr.) und unter dem Schutz des Anwesens von Marie Buchanon (Janelle Monáe), ein neues Leben aufzubauen. Aber allein findet Harriet in der Freiheit keine Ruhe. Etliche Mal kehrt sie bis zum Ende des Sezessionskriegs in den Süden zurück, um unter dem wachsamen und schützenden Auge Gottes (ihr Codename als Fluchthelferin ist „Moses“) auch ihre Familie und etliche weitere Sklaven aus der Herrschaft der weißen Gutsbesitzer und Gesetzeshüterinnen zu befreien. Das klingt nicht nur spektakulär, sondern wird von Lemmons auch genauso inszeniert, als aktionsreiches Drama mit ungenierten Westernallüren. Ehrfürchtig folgt die Handlung Tubmans Spuren auf Schritt und Tritt, während Erivos unermüdliche Entschlossenheit, ihrer Figur gerecht zu werden, in jeder Einstellung den Ton angibt. Ihr energisches, inniges Spiel verleiht Tubman trotz der ungeschickt in die Geschichte eingeflochtenen mythologischen Überhöhung eine besondere Kraft – die unerschütterliche Kraft einer einzigartigen Heldin, die sich unter Männern mehr als nur zu behaupten weiß.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: Harriet
USA 2019, 125 min
Genre: Biografie, Drama, Historienfilm
Regie: Kasi Lemmons
Drehbuch: Gregory Allen Howard, Kasi Lemmons
Kamera: John Toll
Schnitt: Wyatt Smith
Musik: Terence Blanchard
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Cynthia Erivo, Janelle Monáe, Leslie Odom Jr., Vondie Curtis-Hall
FSK: 12
Kinostart: 09.07.2020

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