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Happy Hour

Männerfreundschaft grau in grau

HC geht es schlecht, weil seine Frau ihn unter demütigenden Umständen verlassen hat, und Wolfgang schlägt vor, gemeinsam mit Nic in sein Ferienhaus nach Irland zu fahren. Das klingt erstmal nett, nach Partymachen und Alles-mal-loslassen, ist dann aber eher so grau in grau wie das Wetter auf der Insel.

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„Männerfreundschaft bedeutet mir persönlich gar nichts.“ Das merkt man Franz Müllers außerordentlich geerdeter Männer-Midlife-Crisis-Tragikomödie auch an. Beschönigt wird hier eher wenig. So ganz klar ist eigentlich nicht einmal, ob HC, Wolfgang und Nic überhaupt befreundet sind und wenn ja, warum eigentlich. Gut, sie kennen sich halt länger und besser als sie andere Leute kennen, und das ist dann wohl Freundschaft. Jedenfalls geht es HC schlecht, weil seine Frau ihn unter demütigenden Umständen verlassen hat, und Wolfgang schlägt vor, in sein Ferienhaus nach Irland zu fahren. Das klingt erstmal nett, nach Partymachen und lange-Gespräche-führen und Alles-mal-loslassen, ist dann aber eher so grau in grau wie das Wetter auf der Insel. Jeder kreist in seiner eigenen Umlaufbahn. HC ist hauptsächlich wortkarg und deprimiert. Wolfgang wollte wohl vor allem mal wieder nach Irland, um an dem Ferienhäuschen herumzuwerkeln, in das seine Frau schon lange nicht mehr mitkommt, und das im Paket mit zahlreichen Regeln kommt: Hausschuhe anziehen, den Boiler nicht anlassen (wegen dem Solarstrom) und „Den Fernseher lassen wir mal aus“. Und Nic findet sich selbst eigentlich viel zu locker und zu cool für die Gesellschaft, mit der er unterwegs ist, und lässt das auch raushängen. Gelassen und sehr realitätsnah verfolgt HAPPY HOUR das Auf und Ab, das unsere Antihelden auf ihrer Expedition durchmachen. Was sich dabei nach und nach herausstellt ist, sind vor allem zwei Dinge: 1. Hippie-Nic und der erfolgreiche, aber reichlich angespannte Wolfgang sind mindestens ebenso verkorkst wie HC, der nach außen die Loserrolle einnimmt. 2. Auch wenn am Ende der Fernseher doch läuft, wirklich geändert hat sich – fast - nichts.

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2015, 95 min
Genre: Tragikomödie
Regie: Franz Müller
Drehbuch: Franz Müller
Kamera: Bernhard Keller
Schnitt: Gesa Jäger
Musik: Cherlyn MacNeil
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Darsteller: Mehdi Nebbou, Simon Licht, Alexander Hörbe, Susan Swanton, Christine Deady
FSK: 6
Kinostart: 12.05.2016

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