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INDIEKINO BERLIN: Filmkritik Goodbye Christopher Robin
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Goodbye Christopher Robin

Vater & Sohn

Das A. A. Milne-Biopic erzählt vor allem davon, wie die „Pu, der Bär“-Bücher entstanden, und erwähnt dabei auch die Schattenseiten von Milnes Leben.

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Pu, der Bär ist weltberühmt. Die klugen, unbeschwerten Geschichten von Winnie the Pooh wurden in 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Seit den 1960ern sind sie Teil der bunten Welt von Disney. Die Geschichte ihrer Entstehung ist jedoch aweniger bunt. Davon erzählt Simon Curtis (MY WEEK WITH MARILYN) in GOODBYE CHRISTOPHER ROBIN. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ist Alan Alexander Milne (Domhnall Gleeson) ein vielversprechender Autor, der bereits einem Kriminalroman und diverse Geschichten im angesagten „Punch“-Magazin veröffentlicht hat. Er heiratet Dahne de Selincourt (Margot Robbie), die Tochter des „Punch“-Herausgebers im Jahre 1913 und muss zwei Jahre später an die Front. Als er zurückkehrt, ist er nicht mehr derselbe. Die Erinnerungen an den Krieg hindern ihn am Schreiben und rufen gewaltsame Ausbrüche in dem stillen Mann hervor. Auch die Geburt seines Sohnes Christopher Robin bringt ihn kaum zurück. Irgendwann wird es Dahne zu viel und sie verlässt ihn. Als auch die Nanny verreist, sind Vater und Sohn auf sich zurückgeworfen. Alan öffnet seine Augen für die Welt des Sechsjährigen (Will Tilston) und entwirft Winnie the Pooh und seine Freunde, inspiriert von seinen Kuscheltieren. Der Rest ist allgemein bekannt, doch auch als der Erfolg eintritt, spart Curtis die Schattenseiten nicht aus. Der Medienrummel treibt das Vater-Sohn-Gespann wieder auseinander. Curtis geht es nicht um magisch-verklärte Erinnerungen, wie wir sie wahrscheinlich im Sommer mit Disneys CHRISTOPHER ROBIN erleben dürfen. Sein Ansatz ist realistischer, auch wenn er einige biografische Fakten geradebiegt, und der Ton seiner Erzählung ein wenig unausgewogen zwischen Unterhaltungsfilm und Sozialdrama pendelt. Die Interaktion zwischen Domhnall Gleeson und Will Tilston, der hier sein Schauspieldebüt gibt, ist derweil die Seele dieses berührenden Dramas.

Lars Tunçay

Details

Großbritannien 2017, 107 min
Genre: Biografie, Drama
Regie: Simon Curtis
Drehbuch: Frank Cottrell Boyce, Simon Vaughan
Kamera: Ben Smithard
Schnitt: Victoria Boydell
Verleih: Twentieth Century Fox
Darsteller: Domhnall Gleeson, Phoebe Waller-Bridge, Margot Robbie, Kelly MacDonald
FSK: 6
Kinostart: 07.06.2018

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