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Neue Notiz

Gavagai (2025)

Postkoloniale Verstrickungen

Kunst und Leben verschwimmen, Privilegien und Machtpositionen verschieben sich, im „Film im Film“ und im Leben.

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An der senegalesischen Küste tobt das Meer. Am Strand diskutiert eine Filmcrew über die Neuverfilmung des Medea-Mythos, denn Schauspielerin Maja (Maren Eggert) findet einfach nicht in ihre Rolle. Schauspielkollege Nourou (Jean-Christophe Folly) versucht derweil, einen Aufstand der Statist*innen am Catering-Zelt zu verhindern. Während der turbulenten Dreharbeiten entspinnt sich zwischen Maja und Nourou eine Affäre, die mit dem Dreh endet. Ein Jahr später begegnen sie sich wieder, zur Premiere des Films auf der Berlinale. Nourous Ankunft im Hotel wird dabei von einem rassistischen Vorfall überschattet, und als Maja sich immer weiter einmischt, entspinnt sich eine seltsame Dynamik aus Missverständnissen und falscher Hilfsbereitschaft. Aus der sehnsüchtigen Wiedersehensfreude wird bald eine Entfremdung.

Wie schon in SCHLAFKRANKHEIT greift Ulrich Köhler auch in seinem neuen Film die Spannungen einer postkolonialen Welt auf. Köhler, der als Sohn von Entwicklungshelfern Teile seiner Kindheit in Zaire verbrachte, fokussiert mit analytischem Blick die Risse in den künstlerischen und menschlichen Verstrickungen, durch die Rassismen dringen. Nicht nur hinterfragen Journalist*innen die Motivation des Films auf der Pressekonferenz, auch in der Verbindung von Maja und Nourou spiegeln sich die Konflikte wider. Köhler verwebt geschickt die Ebenen aus emotionalen Bindungen, Produktionsbedingungen und dem „Film im Film“, der selbst Teil der Handlung wird und einnehmende Bilder liefert. Kunst und Leben verschwimmen, Privilegien und Machtpositionen verschieben sich, auf der Leinwand und im Leben. GAVAGAI blickt so verletzlich wie scharf auf die entstehenden Widersprüche und seine Figuren. Ein kluger, bildstarker Film über die Verschränkung und Brüchigkeit von Machtstrukturen und persönlichen Beziehungen.

Clarissa Lempp

Details

Originaltitel: Gavagai
Deutschland/Frankreich 2025, 89 min
Genre: Drama
Regie: Ulrich Köhler
Drehbuch: Ulrich Köhler
Kamera: Patrick Orth
Schnitt: Lorna Hoefler Steffen
Verleih: Port-au-Prince Pictures
Darsteller: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard
FSK: 12
Kinostart: 30.04.2026

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Gavagai (2025)

(Gavagai) | Deutschland/Frankreich 2025 | Drama | R: Ulrich Köhler | FSK: 12

Kunst und Leben verschwimmen, Privilegien und Machtpositionen verschieben sich, im „Film im Film“ und im Leben.

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