
Neue Notiz
Gaucho Gaucho
Stolz auf die Tradition
In sorgsam arrangierten Tableaus, Schwarzweiß und im Cinemascope-Format, präsentieren Michael Dweck und Gregory Kershaw die verschwindende Männerkultur der Gauchos in den Valles Calchaquies in Argentinien.
Michael Dweck und Gregory Kershaw haben mit GAUCHO GAUCHO bereits den dritten Film über eine verschwindende Männerkultur gedreht. Ihre letzten Filme handelten von Stock-Car-Rennfahrern in Long Island und von Trüffelsammlern in Piedmont. Nun also Gauchos in den Valles Calchaquies in Argentinien, einer kargen Pampa-Region im Nordwesten, hoch in den Bergen gelegen.
Ein Mann schläft auf einem Pferd vor der weiten Landschaft und einer Bergkette im Hintergrund. Er erwacht und beginnt, das Pferd mit leisen Pfiffen zu wecken. Dann reitet er in die Ferne. In sorgsam arrangierten Tableaus, Schwarzweiß und im Cinemascope-Format, präsentieren Dweck und Kershaw ihre Gauchos und eine angehende Gaucha, die junge Guada Lopez. Aber hier geht es weniger um den Kampf einer jungen Frau, sich in einer Männergesellschaft zurecht zu finden. Es geht um eine Feier der Gauchos und ihrer Lebensweise. GAUCHO GAUCHO ist ein Panorama der Kultur. Ein alter Gaucho reflektiert beim Wein über sein Leben; zwei Jungs, vielleicht 10 und 12 Jahre alt, gehen auf eine lange Reise; ein Gaucho versucht, seine Kälber gegen Angriffe von Kondoren zu beschützen; ein Vater erklärt seinem kleinen Sohn die Handgriffe, die er zum Messerschärfen und Aufsatteln benötigt; der Sänger, Tänzer und Radiomoderator Santito Lopez singt, tanzt und schickt Geburtstagsgrüße über den Äther, während Guada für ein Rodeo trainiert, scheitert, sich verletzt und am Ende triumphiert. Der Stolz auf die Tradition der Gauchos ist bei allen Beteiligten offensichtlich, aber in Gesprächen wird auch klar, dass immer weniger junge Leute bereit sind, in der kargen Region diesen einfachen Lebensstil anzunehmen. Die Kondore schweben wie böse Omen in großen Gruppen über der Pampa. GAUCHO GAUCHO ist ein extrem ästhetisierter Film, der vor allem an großen, schönen Bildern interessiert ist.
USA/Argentinien 2024, 84 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Michael Dweck, Gregory Kershaw
Kamera: Michael Dweck, Gregory Kershaw
Schnitt: Gabriel Rhodes
Verleih: Rapid Eye Movies
Kinostart: 11.09.2025
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