
Neue Notiz
Friedas Fall
Historischer Prozess
Der Prozess um die Kindsmörderin Frieda Keller wird 1904 zum Meilenstein der Schweizer Frauenbewegung.
Ein fünfjähriger Junge wird tot im Wald gefunden. Als die Polizei der Mutter die Nachricht überbringt, gesteht sie widerstandslos den Mord. Frieda Keller (Julia Buchmann) wird verhaftet. Für den zuständigen Staatsanwalt Walter Gmür (Stefan Merki) liegt das Urteil bereits vor der Verhandlung auf der Hand: Friedas Tat gilt im schweizerischen St. Gallen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Kapitalverbrechen, auf das die Todesstrafe steht.
Auch Maria Brendle interessiert in ihrem Spielfilmdebüt nicht, was genau bei der Tat passiert ist. Vielmehr beschäftigt die deutsch-schweizerische Regisseurin, wie es dazu kam. Wer ist die junge Frau? Welches Schicksal hat sie erlitten? Diese Fragen stellen sich ebenfalls Friedas Strafverteidiger Arnold Janggen (Max Simonischek) und Erna Gmür (Rachel Braunschweig), die engagierte Gattin des Staatsanwalts. Frieda solle alles aufschreiben, bittet der Anwalt seine Mandantin im Film. Es entspricht der wahren Geschichte, die Michèle Minelli basierend auf ihrem eigenen Roman „Die Verlorene“ für das Drehbuch neu adaptiert hat. Vor zehn Jahren schrieb die Schweizer Autorin die Vorlage anhand der originalen Gerichtsdokumente und persönlichen Briefe der Gefangenen.
Brendle hält sich in ihrer detailgetreuen Inszenierung zwar an das historische Setting, aber eher, um den Kontrast zu den teilweise hochaktuellen Dialogen über Frauenrechte, Ethik und Moral noch deutlicher hervortreten zu lassen. Immer wieder zeigen die Damen den Herren gegenüber Kante: eine spitze Bemerkung hier, ein unauffälliger Kommentar dort. Es ist längst nicht nur Friedas persönlicher Befreiungskampf, um den es hier geht. Auf dem Prüfstand steht auch das damals gültige und für Friedas Fall wesentliche Schweizer Recht, das es untersagte, einen Mann wegen Vergewaltigung zu verfolgen, wenn er verheiratet war.
Schweiz 2024, 107 min
Sprache: Deutsch, Schweizerdeutsch
Genre: Drama, Historienfilm
Regie: Maria Brendle
Drehbuch: Michèle Minelli, Robert Buchschwenter, Maria Brendle
Kamera: Hans Syz
Schnitt: Wolfgang Weigl
Musik: Mark Bächle
Verleih: Arsenal Film
Darsteller: Julia Buchmann, Stefan Merki, Rachel Braunschweig, Max Simonischek, Marlene Tanczik, Esmée Liliane Amuat
Kinostart: 16.04.2026
Website
IMDB
Vorführungen
ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.