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Fiore Mio

Tröstliche Bergpanoramen

Das Bild eines mit Wasser gefüllten Holzbechers ist Leitmotiv eines vom Wert des Wassers erzählenden Films. Vom Wert der Berge. Vom Wert der Natur.

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Irgendwann, wenn die Erde genug hat von uns Menschen, wenn die Umweltzerstörung zu groß geworden ist – dann wird der Planet einfach ohne uns weitermachen. Es sind Gedanken wie dieser, die diese, kaum 80 Minuten zählende Doku tragen. Ein Dokumentarfilm, der traurig stimmt und hoffnungsvoll. Beides zugleich. Es sind zudem all die wundervollen, von Ehrfurcht getragenen Naturbilder, die diesen Film vom italienischen Regisseur Paolo Cognetti auszeichnen: Wie Cognetti knietief im Schnee der Bergwelt seiner Kindheit steckt, wie sein treuer Begleiter, Hund Laki, ihm zu folgen sucht, dabei kaum hinterherkommt, zu versinken droht. Bilder von all den Berghütten, mal in 2.600 Metern, mal in 3.500 Metern Höhe, die Cognetti für diesen Film im Aostatal besucht hat. All die Panoramen, die Kameramann Ruben Impens in den Walliser Alpen rund um den Monte Rosa eingefangen hat. Blau leuchtende, majestätisch vor sich hin schmelzende Gletscher. Steinböcke, wie hingezeichnet, reglos im alpinen Schnee. Die winzige, inmitten eines grauen Felsenfeldes erblühende Blume (die titelgebende “Fiore”?). Und immer wieder: das Bild eines mit Wasser gefüllten Holzbechers. Leitmotiv eines vom Wert des Wassers erzählenden Films. Vom Wert der Berge. Vom Wert der Natur. Nie trägt Cognetti zu dick auf. Stets passt sich der unaufdringlich dahinfließende Score (Vasco Brondi) dem, vom Ablauf der Jahreszeiten getragenen Rhythmus der Bilder kongenial an. Und wenn es doch, momentweise, wieder traurig zu werden droht? Etwa, weil eine von Cognetti interviewte Hüttenwirtin über des Menschen “Dummheit” sinniert? Dann schenkt uns der Regisseur einfach erneut einen dieser so tröstlichen Gedanken: “Wenn ich an den Klimawandel denke, dann überlege ich mir, das alles, was verschwindet, durch etwas anderes ersetzt wird”.

Matthias von Viereck

Details

Originaltitel: Fiore mio
Italien/Belgien 2024, 80 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Paolo Cognetti
Drehbuch: Paolo Cognettiv
Kamera: Ruben Impens, Pieter Van Campe
Schnitt: Mario Marrone
Musik: Vasco Brondi
Verleih: Luftkind Filmverleih
Kinostart: 18.09.2025

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