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Finsteres Glück

System in Bewegung

Der achtjährige Yves hat bei einem Autounfall seine ganze Familie verloren. Mit Professionalität und Ruhe übernimmt die Psychologin Eliane, die Aufgabe, sich um Yves zu kümmern, bis er zu Verwandten kommt. Dabei entsteht zwischen beiden eine innige Beziehung.

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Am Abend eines anstrengenden Arbeitstages erreicht die Psychologin Eliane ein Anruf aus der Klinik. Sie muss sich um einen Notfall kümmern: Der achtjährige Yves hat bei einem Autounfall seine ganze Familie verloren. Mit Professionalität und Ruhe übernimmt Eliane die Aufgabe, sich um Yves zu kümmern, und dazu gehört auch, eine Empfehlung abzugeben, wer unter den zutiefst zerstrittenen Angehörigen die Vormundschaft übernehmen soll - die Tante, die Yves‘ Vater in Verdacht hat, das Auto bewusst in den Tod gelenkt zu haben, oder die Oma, die sich vor den gewalttätigen Sohn stellt. Yves will zu keiner von beiden, er will zu Eliane. Und auch Eliane hat überraschend schnell eine innige Beziehung zu Yves aufgebaut. Dass das sehr unprofessionell ist, weiß sie.
Zart, klar und sehr filmisch erzählt Stefan Haupt nach dem Roman von Lukas Hartmann von Familie als einem System in ständiger Bewegung, vom Zerbrechen von Familien, und von ihrem Zusammenfinden. Im Zentrum stehen dabei Yves und Eliane, die vom jungen Noé Ricklin und der Theaterschauspielerin Eleni Haupt großartig und unsentimental gespielt werden, aber FINSTERES GLÜCK widmet sich auch allen anderen Figuren mit großer Aufmerksamkeit und gibt ihnen Raum. Und alle, von Elianes Teenager-Töchtern, die sich vernachlässigt fühlen und sehr unterschiedlich damit umgehen, bis hin zur Nachtschwester, die nur einen Auftritt hat, haben eine enorme Präsenz. Elianes und Yves Geschichte entfaltet sich hier nicht in einem Vakuum, sondern in einem Netz von Beziehungen und Vor-Geschichten, sie wird von ihnen beeinflusst und verändert diese selbst. Als frei fließende Metapher mäandert dabei das Motiv der Sonnenfinsternis durch den Film, der Punkt größtmöglicher Dunkelheit, und doch nur ein Moment im Zusammenspiel der Planeten.

Toni Ohms

Details

Schweiz 2016, 113 min
Genre: Drama
Regie: Stefan Haupt
Drehbuch: Stefan Haupt
Kamera: Tobias Dengler
Schnitt: Christof Schertenleib
Verleih: W-Film
Darsteller: Eleni Haupt, Noé Ricklin, Elisa Plüss, Chiara Carla Bär
FSK: 12
Kinostart: 16.08.2018

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