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Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Vorgegaukelte Verbrechen

Eine Polizeiwache in der Kleinstadt soll geschlossen werden, weil es an Verbrechen mangelt. Also täuschen die Beamten einfach Verbrechen vor, um die Statistik zu pushen.

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Wenn sich Bürokratie mit Kapitalismus verbrüdert, wird die Polizeiwache geschlossen. Es gibt in der Provinz-Kleinstadt zu wenige Verbrechen und wo keine Kriminalität ist, muss keine Polizei sein, daher kommt die Revisorin aus Düsseldorf für ein Audit. So haben die vier, die auf Wache 23 eine ruhige Kugel schieben, ein Problem, sie stehen vor der Ab- und Auflösung. Und sorgen dann selbst für die Nachfrage, indem sie ein paar Verbrechen faken.
Die Idee der Verdrehung der Verhältnisse ist originell – sie stammt von Josef Fares’ schwedischer Komödie KOPS von 2003. Alexander Schubert, Schauspieler, Komödiant, Satiriker, adaptiert sie für sein Spielfilmdebüt und stattet sie mit deutschen Akzenten aus: Die Piefigkeit des Kleinbürgerlichen, die alles durchdringt, die Vorschriften und Paragrafen, die von den mehr oder weniger kriminellen Cops zitiert werden, das sture Beamtentum, unter dem es furchtbar menschelt – das ist sehr schön herausgespielt, denn es ist nicht herausgestellt, sondern läuft nebenbei mit. Ebenso wie der en passant mitgeführte Sexismusdiskurs, der schön eingeflochten ist und für einige Lacher sorgt.

Das Timing stimmt nicht so ganz: Etwas von der Betulichkeit, die Schubert am Provinzleben durchexerziert, färbt auf das Tempo des Films ab; und die „Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen“-Konsequenz passt nicht so recht zum Anspruch, vom Ausbruch aus dem goldenen Käfig der Ereignislosigkeit zu erzählen. Die spritzigen Dialoge aber sitzen, und die Schauspieler stecken so tief in ihren Figuren wie die Polizeibeamten in ihrem unaufgeregten, drögen Leben. Deniz, der keine Frau findet, Anette und Hagen, das langjährige Beamtenpärchen, und Rocky, der von der großen Action träumt, sie sorgen für Pointen und Witz, wenn ihnen bei all den vorgegaukelten Verbrechen, die die Statistik pushen sollen, dann wirkliche Kriminalität unterkommt, mit Rockern, Kunstraub und SEK.

Harald Mühlbeyer

Details

Originaltitel: Faking Bullshit
Deutschland 2020, 96 min
Sprache: Deutsch
Genre: Komödie
Regie: Alexander Schubert
Verleih: Telepool
Darsteller: Sina Tkotsch, Alexander Hörbe, Sanne Schnapp, Bjarne Mädel, Adrian Topol, Xenia Assenza, Alexander von Glenck, Erkan Acar
FSK: 12
Kinostart: 10.09.2020

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Faking Bullshit - Krimineller als die Polizei erlaubt

(Faking Bullshit) | Deutschland 2020 | Komödie | R: Alexander Schubert | FSK: 12

Eine Polizeiwache in der Kleinstadt soll geschlossen werden, weil es an Verbrechen mangelt. Also täuschen die Beamten einfach Verbrechen vor, um die Statistik zu pushen.

Vorführungen

Kino Kiste

22.09. – Di

20:00

23.09. – Mi

18:00

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