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Fabula

Verfluchter Loser

Absurde Charaktere und skurrile Szenenbilder mischen sich in die düstere, verregnete Landschaft des deutsch-belgischen Grenzgebiets.

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Filme über Gangster in der Lebenskrise kennen wir. Die belgisch-deutsche Produktion mischt den Topos mit einer Prise Märchenzauber. Erzählerin der Geschichte ist eine Zecke, die sich mit einem beherzten Sprung im Nacken des Kleinkriminellen Jos festbeißt. Bei dem läuft es schon eine Weile nicht gut, und der letzte Auftrag, preisgekrönte Tauben zu stehlen, endet in einer Lachnummer. Grund für sein Versagen, so ist Jos überzeugt, sei ein Fluch. Der laste auf der männlichen Familienlinie, seit der Großvater einen goldenen Helm im Limburger Schlamm verlor. Angestachelt vom Fieberbiss der Zecke und der unerwarteten Geburt seines Enkelsohns, treibt die Idee, den Fluch des geborenen Verlierers zu durchbrechen, Jos und seinen zukünftigen Schwiegersohn Özgür in einen gefährlichen Auftrag. Statt Özgür nimmt Jos aber Bruder Hendrik, einen Ex-Junkie, mit. Das geht prompt schief, und Hendrik verschwindet mit dem Geld. Mit seinem betagten Vater und Özgür im Schlepptau macht sich Jos auf, Hendrik und das Geld aufzutreiben. Dabei entdeckt Jos nicht nur das geheime Leben seines Bruders, er muss sich auch einem dunklen Kapitel der eigenen Vergangenheit stellen. Wahrheit und Delirium, Gut und Böse sind bald nicht mehr zu trennen für Jos, in dessen Nacken der rote Entzündungsherd pocht und wuchert. In der schwarzen Komödie des Regisseurs Michiel ten Horn blitzt deutlich sein Animations-Hintergrund hervor. Absurde Charaktere und skurrile Szenenbilder mischen sich in die düstere, verregnete Landschaft des deutsch-belgischen Grenzgebiets. Die Handlung verheddert sich ein wenig in den Nebensträngen, der drollige Grundton und die Hauptdarsteller halten jedoch den Unterhaltungsfaktor auf Kurs: Fedja van Huêt als wankelmütiger Jos mit Leidensblick und Georg Friedrich als sein von Drogensucht stumpfer und rätselhafter Bruder bilden ein starkes Duo.

Clarissa Lempp

Details

Niederlande/Belgien/Deutschland 2025, 125 min
Genre: Komödie, Crime
Regie: Michiel ten Horn
Drehbuch: Michiel ten Horn
Kamera: Robbie van Brussel
Schnitt: Louis Deruddere
Musik: Djurre de Haan
Verleih: CCC Cologne Cine Collective
Darsteller: Fedja van Huêt, Sezgin Güleç, Michiel Kerbosch
Kinostart: 08.01.2026

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Fabula

Niederlande/Belgien/Deutschland 2025 | Komödie, Crime | R: Michiel ten Horn

Absurde Charaktere und skurrile Szenenbilder mischen sich in die düstere, verregnete Landschaft des deutsch-belgischen Grenzgebiets.

Vorführungen

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