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Every Thing Will Be Fine

Falsche Bewegungen

Der Schriftsteller Tomas überfährt bei einem Unfall einen kleinen Jungen. Er fällt in eine tiefe Depression, seine Beziehung geht in die Brüche. Er überwindet die Krise mit Hilfe der Mutter des Jungen. Wim Wenders Film erzählt von den Spuren, die eine schwere Krise im Leben hinterlässt.

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Der Schriftsteller Tomas (James Franco) ist ein verschlossener Typ. Bei einem Unfall mit zwei kleinen Jungen, die vor seinen SUV rodeln, kommt der jüngere Bruder zu Tode. Tomas trifft keine Schuld, aber er fällt in eine tiefe Depression, und seine Beziehung geht in die Brüche. Er überwindet die Krise mit Hilfe der Mutter des Jungen (Charlotte Gainsbourg), wird beruflich erfolgreich und findet eine neue Familie. Wim Wenders hat mit EVERYTHING WILL BE FINE einen seiner besten Filme gedreht. Hier geht es weniger um Schuld und Vergebung, als um die Spuren, die eine schwere Krise hinterlässt und wie sie das Leben verändert. Wenders inszeniert die Momente, in denen eine plötzlich auftretende Situation den Schrecken in die Gegenwart zurückholt, mit einer körperlichen Präzision, wie sie vielleicht wirklich nur im 3D-Format möglich ist. In einer Szene sind Tomas, seine neue Freundin Ann und ihre Tochter auf einem Retro-Rummelplatz. Ann und Tomas wollen zusammenziehen. Sie sind etwas unsicher, wie ihre Tochter das aufnimmt. Die will vor allem mit dem Riesenrad fahren. Nach dem Regen sitzt sie allein in der Gondel vor dem Paar. Ein kleiner Junge mit einer Spielzeugpistole dreht sich zu ihr um und schießt. Die Eltern sehen die Gondel des Mädchens unter sich verschwinden, dann sinkt die Kamera, ihre Perspektive übernehmend, dem Boden entgegen. Vage droht Unheil, aber die Familie ist schon wieder am Boden, als die Kamera eine falsche Bewegung aufzeichnet, ein plötzliches Umdrehen, dann ein Zoom und eine gleichzeitige Kamerafahrt, ähnlich wie in Hitchcocks VERTIGO, aber viel kürzer, präziser, räumlicher, körperlich definierter. Es ist noch ein Unfall passiert, eine Frau wurde verletzt, niemand, den wir kennen. Genauer habe ich das Fahrstuhlgefühl, das einen erwischt, wenn Momente einen alten Schrecken beschwören, noch nie inszeniert gesehen.

Tom Dorow

Details

Deutschland/ Kanada/ Schweden/ Frankreich/ Norwegen 2015, 118 min
Genre: Drama
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Bjørn Olaf Johannessen
Kamera: Benoît Debie
Schnitt: Toni Froschhammer
Musik: Alexandre Desplat
Verleih: Warner Bros.
Darsteller: Charlotte Gainsbourg, James Franco, Peter Stormare, Patrick Bauchau, Marie-Josée Croze, Rachel McAdams, Robert Naylor, Julia Sarah Stone, Lilah Fitzgerald, Jack Fulton
FSK: 6
Kinostart: 02.04.2015

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