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Emma

Auf Hochglanz poliert

Die reiche, schöne und smarte Emma schmiedet mit Vorliebe Pläne für andere, hat aber selbst keine Eile, den komfortablen Lieblingstochter-Status aufzugeben – bis sie mit dem unverblümten Mr. Knightley tanzt. Pastellfarbene Austen-Verfilmung.

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Wenn Autumn de Wildes EMMA eine Leckerei wäre, dann am ehesten eine Pyramide von Maccarons. Während die Masse der Jane Austen-Verfilmungen seit Emma Thompsons fulminantem PRIDE & PREJUDICE auf einen mal eher romantischen, mal eher burschikosen Naturalismus setzt, ist de Wildes EMMA auf Hochglanz poliert, in fast schon surreal leuchtenden Pastellfarben (nebenbei die Trendfarben des kommenden Frühlings) ausgestattet und so präzise choreografiert, wie der unvermeidliche und alles verändernde Country Dance in der Mitte des Films. Die Figuren sind so liebevoll inmitten der Blümchen und Mustertapeten platziert wie das Personal in Wes Anderson-Filmen, und ein zarter Humor, der mit Räumen, Bewegungen und Synkopen spielt, zieht sich durch den Film. Mal sind das Kleinigkeiten wie die Präzision, mit der die reiche, schöne und smarte Emma (Anya Taylor-Joy), die gerne als Kupplerin Pläne für andere schmiedet, aber selbst keine Eile hat, den komfortablen Lieblingstochter-Status aufzugeben, ihre Kutschentür aufschlägt als würde sie ein i-Tüpfelchen setzen. Mal geht es in Richtung Slapstick, etwa in jenem Running Gag um Bill Nighy, der Emmas ergebenen und hypochondrischen Vater spielt. Ständig ist Mr. Woodhouse kalt: „Finden Sie nicht, dass es hier zieht?“, und dann muss das Personal eilig Paravents um den Hausherrn herum aufstellen, die Räume neu aufteilen. Mal trennen sie angehende Liebende, mal verbergen sie sie vor den Blicken anderer. Aber, um bei der Maccarons-Analogie zu bleiben, EMMA sieht nicht nur sehr gut aus (Kamera: Kelly Reichhardt-Kinematograf Christopher Blauvelt), der Film hat auch ein sehr süßes und butterweiches Herz. Als Emmas Pläne fehlschlagen, ihr Protegé, die gutherzige Waise Harriet Smith (Mia Goth), bestmöglich zu verheirateten, ist die Zerknirschung spürbar, und als es zwischen Emma und dem unverblümten Mr. Knightley (Johnny Flynn) auf besagtem alles verändernden Ball endlich knistert, sind die Funken zu sehen.

Hendrike Bake

Details

Großbritannien 2020, 125 min
Genre: Komödie, Drama, Literaturverfilmung
Regie: Autumn de Wilde
Drehbuch: Eleanor Catton
Kamera: Christopher Blauvelt
Schnitt: Nick Emerson
Musik: Isobel Waller-Bridge
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Anya Taylor-Joy, Gemma Whelan, Bill Nighy, Mia Goth, Rupert Graves, Callum Turner, Josh O'Connor
FSK: oA
Kinostart: 05.03.2020

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