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Electroboy

Laufbahn eines Kometen

Florian Burkhardt hat in den 41 Jahren seines Lebens schon viel erreicht. Nach der Schule hat er sich als Schauspieler, Model, Snowboarder und Technoproduzent versucht und es jedes Mal geschafft, innerhalb kürzester Zeit erfolgreich zu sein und zu den ganz Großen aufzusteigen. Doch so schnell wie der „Electroboy“ aufsteigt, so schnell verliert er auch wieder das Interesse.

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Florian Burkhardt hat in den 41 Jahren seines Lebens schon viel erreicht. Nach der Schule hat er sich als Schauspieler, Model und Snowboarder versucht und es jedes Mal geschafft, innerhalb kürzester Zeit zu den ganz Großen aufzusteigen. Er hat aus einer Spiellaune heraus das Prinzip des Internetvideos erfunden und aus der Idee, seinen 30. Geburtstag mal etwas größer zu feiern, wurde eine Partyreihe, die auf ihrem Höhepunkt den größten Club der Schweiz gefüllt hat. Irgendwann dazwischen hatte er auch noch sein Coming-out und irgendwann danach fing er an, unter dem Namen „Electroboy“ dadaistischen Techno zu produzieren. Und natürlich gibt es jetzt auch noch einen Film über ihn, der dem Zuschauer erzählt, wie Florian all das praktisch allein durch die Gewissheit, ein Star zu sein und durch die Unterstützung einiger weniger Freunde und Förderer erreicht hat. Aber sein rasanter Aufstieg entlarvt sich bald als eine Flucht oder vielmehr eine Reihe von Fluchten, denn so schnell wie er aufsteigt, verliert er auch wieder das Interesse, trennt sich von der alten Karriere und Freunden und wendet sich neuen Ufern zu.
Seine Eltern, mit denen er schon lange so gut wie keinen Kontakt mehr hat, sehen sein Modelportfolio zum ersten Mal, als das Filmteam es ihnen zeigt. Er ist schon gut, muss der Vater zugeben, auch wenn er diese Art zu leben nicht versteht. Es liegt aber in der Natur des Kometen, dass er irgendwann abstürzt und so sitzt der ehemalige Electroboy schließlich da, von einer Angststörung an eine überschaubare Bochumer Nachbarschaft gefesselt. War der Film bis dato so hektisch wie seine Hauptfigur, und hatte man immer das Gefühl, nur einen Teil der Geschichte mitzubekommen, so schaltet er hier in den ersten Gang hinunter und wendet sich den möglichen Gründen für Florians Laufbahn zu. Klare und umfassende Erklärungen darf man auch hier nicht erwarten, dafür aber Facetten und Einblicke, die man anhand des Plakates nicht erwartet hätte. Mehr wird hier nicht verraten. Der Electroboy täte es ja auch nicht.

Christian Klose

Details

Deutschland/USA/Schweiz 2014, 113 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Marcel Gisler
Drehbuch: Marcel Gisler
Kamera: Peter Indergand
Schnitt: Thomas Bachmann
Musik: Barduin
Verleih: déjà-vu film
Darsteller: Florian Burkhardt, Hildegard Burkhardt, Peter J. Burkhardt
Kinostart: 26.11.2015

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