
Neue Notiz
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Schlawiner
Der MÜNCHNER IM HIMMEL heißt jetzt Wiggerl, ist von Beruf Taxifahrer ist und, wie es scheint, irgendwie verwandt mit Helmut Dietls Monaco Franze.
Es war fast unmöglich für alle, die einmal in München lebten oder den Bayerischen Rundfunk hörten, dem „Münchner im Himmel“ zu entgehen. Mindestens einige Dutzend Male wiederholte der Sender seine Version der Geschichte vom Dienstmann Alois Hingerl, der, vom ewigen Frohlocken wenig angetan und schon gar nicht vom himmlischen Manna – eiern Manna, den kennts selba saufn – , wieder auf die Erde zurückkehren darf. Den altbewährten Text Ludwig Thomas‘ in einen Film und ins Heute zu transportieren, ist keine leichte Aufgabe. David Dietl meisterte sie achtbar mit einer von Film, Funk, Fernsehen (und dem Nockherberg) bekannten Crew. Wobei der MÜNCHNER IM HIMMEL jetzt Wiggerl heißt, von Beruf Taxifahrer ist und, wie es scheint, irgendwie verwandt mit Helmut Dietls Monaco Franze – in Sachen München und Humor sozusagen das Referenzwerk.
Taxler Wiggerl kommt bei einem Autounfall ums Leben und also in den Himmel – und vor lauter Harmonie ist ihm nach sofortiger Flucht zumute, zumal hier nicht Gottvater, sondern eine Mutter-Göttin regiert. Neues Leben auf der Erde wird ihm gestattet mit der Auflage, dort sein Karma zu verbessern. Ziemlich komplex für einen Schlawiner, wie der Wiggerl einer ist, ein Schlawiner unter vielen, inklusive seiner Schwiegermutter, die mit Hokuspokus gute Geschäfte macht, und seinem Chef, Taxiunternehmer mit dem Haupterwerb Drogendeal. Dass Wiggerl, von Maximilian Brückner mächtig mit Charme ausgerüstet, in seinem zweiten Dasein außer für seine Tochter unsichtbar bleibt, beschert dem Film einige hübsche Extras. Im Übrigen bedient Dietl (Sohn) so ungefähr sämtliche Klischees, die einem zum Thema München/Bayern/Bier einfallen – und ist auch deshalb lustig. Und 94 Minuten lang gibt es so nebenbei eine Lektion in schönstem Münchnerisch.
Originaltitel: Ein Münchner im Himmel: Der Tod ist erst der Anfang
Deutschland 2026, 93 min
Genre: Komödie
Regie: David Dietl
Drehbuch: Marcus Pfeiffer
Kamera: Holly Fink
Schnitt: Denis Bachter
Verleih: Leonine Distribution
Darsteller: Maximilian Brückner, Hannah Herzsprung, Heiner Lauterbach, Marcel Mohab, Maxi Schafroth, Michaela May, Momo Beier, Olli Schulz, Robert Palfrader, Sigi Zimmerschied
Kinostart: 14.05.2026
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