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Ein Licht zwischen den Wolken

Religiöser Kuddelmudddel

Der Hirte Besnik entdeckt in der Moschee ein christliches Wandgemälde. Die Erkenntnis, dass die Religionen mal kooperiert haben führt im streng nach Glaubenszugehörigkeit sortierten albanischen Dorf zu Verwerfungen.

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Ein Gebirgsdorf in Albanien. Herrlich anzuschauen – aber beschaulich ist es nicht. Wenn Hirte Besnik mit einer Kunst-Restauratorin über die Felsen unterwegs ist, ist dies keine Freizeitwanderung, nein, es geht hinüber ins andere Tal, wo die katholische Kirche steht. Denn Besnik hat in seiner Moschee hinter dem Wandverputz ein altes christliches Gemälde gefunden. Vor 1470 war das Gebäude – ein einfaches Haus aus grobem Steinwerk – katholisch gewesen, danach wurde es gar von beiden Religionen genutzt. Besnik schlägt dem Priester nun vor, den Ort erneut gemeinschaftlich zu nutzen – der aber wehrt ab: Wer als erstes aufschreit, das werden doch die Muslime sein! Die hatten zuvor schon Ähnliches über die Katholiken gesagt – man misstraut einander, man will nichts miteinander zu tun haben.
Robert Budina hätte seine Geschichte als satirische Farce anlegen können oder als Glaubensdrama. EIN LICHT ZWISCHEN DEN WOLKEN aber ist eine Art Parabel auf die zerrissenen Zustände auf dem Balkan; und darüber hinaus auf der ganzen Welt. Anlass für den Bruch im Dorfleben ist die ungewollte Erkenntnis, dass nicht immer alles festgefahren war. Überbringer dieser Botschaft ist Besnik, ein einfacher Mann, geradezu ein heiliger Narr, der wenig redet, der aber doch irgendwann handelt. Eine Familiengeschichte spielt auch hinein: Besniks Mutter war glühende Katholikin, der Vater ist Kommunist, der Bruder griechisch-orthodox, die Schwester wie Besnik selbst muslimisch. Multikulti? Eher Kuddelmuddel, der zu durchaus ernstlichen Zerwürfnissen führt.
Es sind große Bilder, die Budina auf die Leinwand zaubert; und große Gedanken, die davon erzählen, das Idee des Einfachen nicht mehr in die aus Tradition, Faulheit oder Gier erstarrten Köpfe hindurchdringt. Was simpel sein könnte, ist zu kompliziert für die im Schwarz-Weiß-Denken Verhafteten.

Harald Mühlbeyer

Details

Originaltitel: Streha mes reve
Albanien 2018, 85 min
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Robert Budina
Drehbuch: Robert Budina
Kamera: Marius Panduru
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Osman Ahmeti, Arben Bajraktaraj, Suela Bako, Helga Boshnjaku, Rubin Boshnjaku
FSK: oA
Kinostart: 19.09.2019

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Premiere: Ein Licht zwischen den Wolken , m. Gästen

(Streha mes reve) | Albanien 2018 | Drama, Liebesfilm | R: Robert Budina | FSK: oA | NEUSTART

Der Hirte Besnik entdeckt in der Moschee ein christliches Wandgemälde. Die Erkenntnis, dass die Religionen mal kooperiert haben führt im streng nach Glaubenszugehörigkeit sortierten albanischen Dorf zu Verwerfungen.

Vorführungen

Hackesche Höfe Kino

18.09. – Mi

TicketsTickets kaufen OmU19:30

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