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Eden

Älter werden in Popkulturen

Nach wahren Begebenheiten erzählt EDEN von der französischen House-Szene in den neunziger Jahren. Der Film folgt dem Aufstieg des DJs Sven Løve, der im Film Paul heißt, von den ersten Raves in einem alten Fort, über verschiedene Pariser Clubs, bis hin zu großen sonnigen Garage-Raves in New York. Bald schleichen sich aber auch düstere Töne in die Partywelt.

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EDEN erzählt von einer Seitenlinie der französischen House-Szene in den neunziger Jahren, die für die Entwicklung heutiger Megahits wie Daft Punks „Get Lucky“ oder Pharrell Williams „Happy“ wichtig war. Sven Løve, der Bruder der Regisseurin Mia Hansen-Løve, war House-DJ und einer der Autoren des Pariser House-Fanzines „Eden“, einem schmalen A6-Heft, das in nur sieben Nummern den Aufstieg des „French Touch“ im House begleitete. Sven, der im Film Paul heißt, legte Garage auf, die Vokalversion von House. Im Mittelpunkt des Films steht sein Duo Cheers, um das außerdem der Journalist Arnaud und der Comiczeichner Cyrill kreisen. EDEN folgt dem Aufstieg der DJs, von den ersten Raves in einem alten Fort, über verschiedene Pariser Clubs, bis hin zu großen sonnigen Garage-Raves in New York. Bald schleichen sich aber auch düstere Töne in die Partywelt. Der Zeichner Cyrill nimmt sich das Leben, Paul entwickelt eine massive Kokain-Abhängigkeit, die Dauerfeier wird zur Belastung für ernstere Beziehungen, und irgendwann ist auch Garage nicht mehr angesagt. EDEN ist ein Film, der ein wenig zu persönlich geraten ist und etwas zu genau an den tatsächlichen Ereignissen klebt und dadurch etwas an Drive verliert. Doch Pauls Geschichte ist typisch für Biographien in alternden Jugendkulturen und die Verzweiflung, die einsetzt, wenn der Differenzgewinn ausbleibt, auf dem die subkulturelle Individuation basiert. „Muss es denn immer Garage sein? Vielleicht baut ihr mal Electro ein, das läuft im Soundso ziemlich gut.“ schlägt ein Veranstalter vor. Paul und sein Kumpel sehen sich an, als hätte ihnen des Teufels Großmutter an die Schulter gefasst. Garage ist ihre Seele. Andere mögen das lächerlich finden, für sie ist es Identität. EDEN erzählt sehr genau von der Vertreibung aus dem Paradies gesicherter Identität in Popkulturen.

Tom Dorow

Details

Frankreich 2014, 131 min
Sprache: Englisch, Französisch
Genre: Drama, Musikfilm
Regie: Mia Hansen-Løve
Drehbuch: Sven Hansen-Løve
Kamera: Denis Lenoir
Schnitt: Marion Monnier
Musik: Daft Punk, Joe Smooth, Frankie Knuckles, Terry Hunter u.v.m.
Verleih: Alamode (Filmagentinnen)
Darsteller: Brady Corbet, Pauline Etienne, Felix De Givry
FSK: 12
Kinostart: 30.04.2015

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