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Domino Effekt

Ein Land in der Zwischenzeit

Die Republik Abchasien, idyllisch am Schwarzen Meer gelegen, war einst Teil Georgiens und ist nun nach eigenem Verständnis unabhängig. Der amtierende Sportminister Rafael Ampar und seine russische Ehefrau, die Opernsängerin Natascha führen hier ein bescheidenes und beschauliches Leben.

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DOMINO EFFEKT erzählt eine sehr spezielle Homestory. Die Protagonisten sind: der amtierende Sportminister von Abchasien Rafael Ampar und seine russische Ehefrau, die Opernsängerin Natascha. In der Republik Abchasien, idyllisch am Schwarzen Meer gelegen, einst Teil Georgiens, nun nach eigenem Verständnis unabhängig, aber lediglich von vier Staaten weltweit anerkannt, führen sie ein bescheidenes und beschauliches Leben. Er läutet vor einer Handvoll Zuschauer die neue Fußballsaison ein, begutachtet die Bewerber für die Sportschule und eröffnet die internationale Domino-Weltmeisterschaft. Sie gibt Gesangsunterricht. Als der Strom ausfällt, meint sie „Unsere Republik ist noch jung, sie entwickelt sich erst. Manchmal fällt der Strom aus.“ Nach einer Weile ist sie nicht mehr so gelassen. Es fällt ihr schwer, Zugang zu den Abchasiern zu finden. Arbeit findet sie auch nicht, niemand will eine Russin anstellen. Das Verhältnis zu Rafael kriselt. Über die komplizierte persönliche Geschichte erzählt DOMINO EFFEKT auch eine Menge über das winzige, seit der Vertreibung der Georgier nur noch 250.000 Einwohner fassende Land, das hierzulande kaum jemand kennt. Wenn Rafael und Natascha in ihrer Freizeit am Meer sitzen, liegt vor ihnen ein feiner Kieselstrand und hinter ihnen ragen zerschossene Hochhausruinen in den Himmel, die dort seit dem Krieg in den 90er Jahren vor sich hin gammeln. Ein absurdes, schönes, seltsames Bild. Viele Bilder und Szenen im Film sind so und vermitteln das Gefühl in einer Zeitblase zu sein. Das Gestern geht nicht, das Morgen kommt nicht. In der Zwischenzeit sieht es aus wie im alten Kiosk an der Straßenecke, der immer wieder im Bild zu sehen ist. Im Kiosk sitzen zwei alte Männer und spielen Domino. Sie erzählen, das Domino nach dem Krieg zum Volkssport wurde, „Es hat unsere Nerven beruhigt. Und so wurden wir zu Profis“.

Toni Ohms

Details

Originaltitel: Efekt domina
Deutschland/Polen 2014, 76 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Elwira Niewiera, Piotr Rosołowski
Drehbuch: Piotr Rosołowski, Elwira Niewiera
Kamera: Piotr Rosołowski
Schnitt: Karoline Schulz, Andrzej Dąbrowski
Musik: Maciej Cieślak
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Kinostart: 09.04.2015

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