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Dinky Sinky

Kinderwunsch-Komödie

Die Münchener Sportlehrerin Frida wünscht sich ein Kind. Dann trennt sich ihr Freund und Frida wird ausgerechnet in dem Moment zum SINKY (Single Income No Kids), als ihr klar wird, dass ihr Zeitfenster zum Kinderkriegen nicht mehr lang ist.

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Von außen sieht Fridas Leben auf eine sehr münchnerische Art sehr aufgeräumt aus. Die schlanke, blonde Sportlehrerin (Katrin Röver) geht regelmäßig im Englischen Garten joggen, ist immer bestens frisiert, und die kleine Wohnung, die sie mit ihrem Freund Tobias (Till Firit) bewohnt, sieht aus wie gerade frisch eingerichtet. Aber hinter der Fassade zerbröseln Fridas Lebensträume: Seit zwei Jahren versuchen sie und Tobias vergeblich, ein Kind zu bekommen und Tobias hat langsam genug von Sex nach Kalender. Er will einen Pause, Frida dagegen „den nächsten Schritt“. Als sie ihn dazu bewegen will, eine Kinderwunschklinik zu besuchen, wirft er ganz hin. Und so wird Frida ausgerechnet in dem Moment zum SINKY (Single Income No Kids), als ihr klar wird, dass das Zeitfenster zum Kinderkriegen dramatisch schrumpft. DINKY SINKY verfolgt trocken und mit einem Hauch von Galgenhumor, wie Frida mit dieser Erkenntnis und ihren verbleibenden Optionen ringt, während sich um sie herum alles nur noch um Kinder und Fruchtbarkeit zu drehen scheint: Die Freundinnen werden schwanger, die Mutter schwärmt von den entfernt lebenden Nichten und Neffen, während sie die Tochter in ihrer Nähe gar nicht zu bemerken scheint, und im Schulalltag notiert Frida fleißig, wann ihre Schülerinnen behaupten, die Periode zu haben.
Mareille Kleins Debütfilm wurde auf dem Filmfest München mit dem Drehbuchpreis in der Kategorie „Neuer deutscher Film“ ausgezeichnet. DINKY SINKY erzählt sehr präzise und ist geschickt arrangiert. Manchmal ist das alles etwas zu ordentlich. Man wünscht sich ein paar lose Enden, weniger stringent durchgezogene Metaphern, einen Ausbruch, mehr Leben. Das ist andererseits natürlich genau das Dilemma, um das es geht: Wenn Frida – von Katrin Röver schön ambivalent zwischen Sympathie und Antipathie gespielt - eines nämlich nicht ertragen kann, dann ist es die Unwägbarkeit des so schön geplanten Lebens.

Toni Ohms

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Details

Deutschland 2016, 94 min
Genre: Drama, Komödie
Regie: Mareille Klein
Drehbuch: Mareille Klein
Kamera: Laura Kansy
Musik: Johannes Stankowski
Verleih: Koryphäen Film
Darsteller: Michael Wittenborn, Götz Schulte, Katrin Röver, Till Firit, Ulrike Willenbacher
FSK: oA
Kinostart: 08.02.2018

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