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Die Überglücklichen

Gräfin Beatrice am Steuer

Die überdrehte selbsternannte Gräfin Beatrice (Valeria Bruno Tedeschi) und die stille Donatella (Micaela Ramazzotti) büxen aus der Psychiatrie aus begeben sich auf einen schrillen Roadtrip à la THELMA & LOUISE.

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Kopfüber ins Chaos: ohne langen Prolog stürzt Regisseur Paolo Virzì den Zuschauer mitten hinein in seine Geschichte. Als Maria Beatrice Morandini Valdirana, selbsternannte Gräfin und Kosmopolitin, den Bus betritt, wird sie von Männerhänden unter lautstarkem Protest wieder heraus befördert. Beatrice bewohnt das Sanatorium Villa Biondi, eine psychiatrische Anstalt. Das Gericht hat entschieden, dass sie eine Gefahr für sich und andere darstellt. Doch Beatrice behauptet hartnäckig, dass alles nur ein Missverständnis sei. Ihre aufbrausende Art treibt alle in den Wahnsinn. Dann wird Donatella eingeliefert. Ihr tätowierter Körper trägt eine geschundene Seele. Die laute Beatrice hat es auf die stille, junge Frau abgesehen und glaubt, in ihr eine Verbündete gefunden zu haben. Gemeinsam büxen die beiden aus.
Nach seinem kühlen, ausgeklügelten Drama DIE SÜßE GIER legt Paolo Virzì mit der schrillen Komödie DIE ÜBERGLÜCKLICHEN einen wahren Angriff auf die Sinne der Kinogänger nach. Beatrices Fahrigkeit und ihr fortwährendes Mitteilungsbedürfnis fordern, Donatella bietet ihr allerdings glänzend Paroli. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen stimmt. Valeria Bruni Tedeschi als Beatrice trägt das Seelenleben ihrer Figur offensiv vor sich her, während Micaela Ramazzotti der stilleren Donatellas in Nuancen Ausdruck verleiht. Die absurden Situationen, in die Beatrice das Paar immer wieder manövriert, sorgen ebenso für Spaß wie die offensichtliche Verneigung vor Ridley Scotts THELMA & LUISE mitsamt Kopftuch und Cabrio. DIE ÜBERGLÜCKLICHEN ist ein vergnüglicher Roadtrip, der es in den ruhigen Momenten vermag seinen Figuren Tiefe zu verleihen und seine Spannung aus der Vorgeschichte der beiden Frauen bezieht, die Virzì erst nach und nach dem Zuschauer offenbart.

Lars Tunçay

Details

Originaltitel: La pazza gioia
Frankreich/Italien 2016, 116 min
Genre: Tragikomödie
Regie: Paolo Virzì
Drehbuch: Paolo Virzì, Francesca Archibugi
Kamera: Vladan Radovic
Schnitt: Cecilia Zanuso
Musik: Carlo Virzì
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Valeria Bruni Tedeschi, Micaela Ramazzotti, Anna Galiena, Marco Messeri, Valentina Carnelutti
FSK: 12
Kinostart: 29.12.2016

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