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Die Kinder des Fechters

Estnische Erfolgsgeschichte

In Estland kennt so ziemlich jeder die Geschichte vom russischen Dissidenten und Fechtprofi Endel Nelis, der in der estnischen Provinz eine erfolgreiche Fechtschule aufbaute, die sich gegen Moskaus Elite behaupten konnte. Die Finnen Klaus Härö (Regie) und Anna Heinämaa (Drehbuch) haben sie für ein internationales Publikum aufbereitet.

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Endel Nelis kommt als Lehrer an die Schule eines kleinen Küstenstädtchens in Estland. Auch wenn die Gründe nicht gezeigt werden, kann man sich denken, dass der junge Mann den Ortswechsel von Moskau in das entlegene Provinzkaff nicht unbedingt freiwillig vornahm. Es sind die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts und er hat sich offensichtlich mit der sowjetischen Staatsgewalt angelegt. Nun will er dem langen Arm Stalins entkommen. Einst war er ein gefeierter Fechter, nun versucht er unmotiviert mit den vernachlässigten Kindern der einfach gestrickten Arbeiter, die ihren Frust allzu oft in Alkohol ertränken, zurecht zu kommen. Der regierungskonforme Schulleiter beäugt Nelis mit Misstrauen und Verachtung. Einzig die Kollegin Kadri sieht in ihm einen Silberstreif am tristen Horizont und motiviert Endel, den Kindern eine Perspektive zu geben. Die findet er in seiner Leidenschaft, dem Sport. Mit Hilfe seines Freundes Aleksei in Moskau, der die Ausrüstung organisiert, stellt er eine Fechtmannschaft auf. Doch die Reise zu einem großen Turnier, auf dem die Schüler sich beweisen können, führt zurück in die Hauptstadt, wo Endel die sichere Verhaftung droht.
In Estland kennt so ziemlich jeder Endels Geschichte. Seine kleine Fechtschule gewann zahlreiche Preise und behauptete sich gegen Moskaus Elite, womit er zum Sinnbild des geheimen Widerstands der Esten in der kommunistischen Sowjetära wurde. Den mühevollen Beginn seiner Arbeit wollen die Finnen Klaus Härö (Regie) und Anna Heinämaa (Drehbuch) nun auch einem internationalen Publikum näher bringen und obwohl den meisten hierzulande die Geschichte unbekannt sein dürfte, birgt die filmische Umsetzung kaum Überraschungen. Die guten Darsteller trotzen dem klischeehaften Plot. DIE KINDER DES FECHTERS tritt als Finnlands Beitrag zu den Oscars im nächsten Jahr an.

Lars Tunçay

Details

Originaltitel: Miekkailija
Deutschland/Finnland/Estland 2015, 100 min
Genre: Drama, Sportfilm
Regie: Klaus Härö
Drehbuch: Anna Heinämaa
Kamera: Tuomo Hutri
Schnitt: Ueli Christen, Tambet Tasuja
Musik: Gerd Wilden Jr.
Verleih: Zorro Filmverleih
Darsteller: Joonas Koff, Märt Avandi, Ursula Ratasepp, Hendrik Toompere, Liisa Koppel
FSK: oA
Kinostart: 17.12.2015

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