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Die Farben der Zeit

Mysteriöse Vorahnin

Eine Familie erbt ein Haus in der Normandie und beginnt, sich mit der Geschichte ihrer Ahnin zu beschäftigen, die im späten 19. Jahrhundert nach Paris ging und im Künstlerviertel Montmartre landete.

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Seit CHACUN CHERCHE SON CHAT und L‘AUBERGE ESPAGNOL erzählt Cédric Klapisch freundliche Geschichten von Familie und Freundschaft. DIE FARBEN DER ZEIT verwebt elegant und charmant, klug aber nicht zu schmerzhaft, mehrere Zeitebenen sowie Überlegungen zum Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit. Ausgangspunkt ist eine Familienzusammenkunft: Der Landkreis möchte einen Parkplatz bauen und hat dazu alle 50 Erb*innen des seit 1944 versiegelten Hauses in der Normandie zusammengerufen, um ihnen ein Angebot zu machen. Es wird beschlossen, dass sich eine Abordnung der jüngeren Generation mit der Sache auseinandersetzen soll, und so besichtigen die dauertelefonierende Managerin Céline (Julia Piaton), der mit Freundin-Trouble beschäftige junge Fotograf Seb (Abraham Wapler), der Französischlehrer Abdel (Zinedine Soualem) und der gesprächige Bienenzüchter Guy (Vincent Macaigne) das baufällige Gebäude. Dort finden sie Fotos und Briefe von einer Vorahnin, die im späten 19. Jahrhundert nach Paris ging - und ein mysteriöses Gemälde. Während in der Gegenwart die Nachkommen einander näher kennenlernen und mit der fernen Familiengeschichte auch die nähere ausloten, erzählt eine historische Zeitebene von Fleur (Claire Pomnet), die vom Land in die große Stadt reist, um ihre Mutter zu suchen, und am Montmartre, mitten im Künstlerviertel von Paris in seiner aufregendsten Periode landet. Klapisch inszeniert die Vergangenheit dabei einerseits fast genauso wie die Gegenwart, mehrfach gehen die Stadtansichten von Paris heute und damals sogar ineinander über – wo eben noch ein Dampfschiff fuhr, sind plötzlich Touristen – und die Dialoge klingen gegenwärtig. Andererseits wird auch deutlich, dass unsere Held*innen in der Gegenwart immer nur Bruchstücke von dem zu fassen bekommen, was Fleur in der Vergangenheit erlebt.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: La venue de l'avenir
Frankreich 2025, 124 min
Sprache: Französisch
Genre: Drama, Historienfilm, Krimi
Regie: Cédric Klapisch
Drehbuch: Cédric Klapisch, Santiago Amigorena
Kamera: Alexis Kavyrchine
Schnitt: Anne-Sophie Bion
Verleih: STUDIOCANAL
Darsteller: Philippine Leroy-Beaulieu, Cécile de France, Vincent Perez, Vassili Schneider, François Berléand, Julia Piaton, Sara Giraudeau
FSK: 12
Kinostart: 14.08.2025

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