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Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit

RBG setzt sich durch

Mimi Leders Biopic erzählt von Ruth Bader Ginsbergs Anfangszeit – von ihrem Studium, der Arbeit als Professorin, und jenem Präzedenzfall, mit dem sie erstmals die Gleichbehandlung der Geschlechter vor dem Gesetz durchsetzte.

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Ein Heer von Anzugträgern strömt auf ein klassizistisches, erhaben wirkendes Gebäude zu. Harvard Law School. Hier ist der Nachwuchs, der sich auf den Weg an die Macht macht, und er ist fast ausschließlich männlich. Mittendrin und erst auf den zweiten Blick zu sehen, geht ebenso zielstrebig eine zierliche, rothaarige Frau: Ruth Bader Ginsberg.
Regisseurin Mimi Leder entwirft ihr Bild der Anwältin, die das Rechtssystem der USA umkrempelte, mit groben, effizienten Strichen. Vor allem bei der Beschreibung von Ginsbergs Privatleben verzichtet Leder auf Filigranarbeit. Ruth und ihr Mann Martin werden als Traumpaar erzählt: verliebt und liebevoll und solidarisch. Als er an Krebs erkrankt, besucht sie zusätzlich zu ihren auch noch seine Seminare, und nie verliert sie die Geduld. Aber um Ginsbergs‘ Privatleben geht es auch gar nicht, wirklich interessant ist ihre Karriere – die Umwege die sie nehmen musste, und die Zielstrebigkeit, mit der sie sich gegen die Diskriminierung per Gesetz eingesetzt hat. Trotz eines brillanten Uni-Abschlusses gibt es keine einzige Kanzlei, die sie einstellen will. „Wir haben neulich schon eine Frau eingestellt.“ „Wir sind ein Familienunternehmen und die Ehefrauen werden neidisch.“ Also nimmt Ginsberg einen Job als Professorin an und unterrichtet, statt wie geträumt vor Gericht für Recht zu streiten. Dann flattert eines Tages ein interessanter Steuer-Fall über Martins Schreibtisch: In Denver hat ein Mr. Moritz Pflegekosten für seine alte Mutter, die er alleine betreut, von der Steuer abgesetzt. Er ist zur Rückzahlung verklagt worden, da laut Gesetz nur Frauen und Witwer entsprechende Kosten geltend machen können, aber nicht Junggesellen. Es ist der Präzendenzfall, auf den Ruth gewartet hat: Eine Benachteiligung durch die Rechtsprechung selbst, aufgrund des Geschlechtes – gegen einen Mann!

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: On the Basis of Sex
USA 2018, 120 min
Sprache: Englisch
Genre: Biografie, Drama
Regie: Mimi Leder
Drehbuch: Daniel Stiepleman
Kamera: Michael Grady
Schnitt: Michelle Tesoro
Musik: Mychael Danna
Verleih: eOne
Darsteller: Felicity Jones, Armie Hammer, Kathy Bates, Justin Theroux, Jack Reynor
FSK: oA
Kinostart: 07.03.2019

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