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Die Adern der Welt – Veins of the World

Gestohlene Heimat

Als sein Vater einen Unfall hat, übernimmt der 12-jährige Amra die Rolle als Anführer des Widerstands gegen die Bergbaugiganten, die die mongolischen Nomaden zu verdrängen drohen.

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Der 12-jährige Amra lebt mit seiner Familie in der mongolischen Steppe. Die Nomaden führen ein nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur. Die westlichen Konzerne beuten die Region jedoch immer weiter aus, und die Bagger fressen sich in das fruchtbare Land. Die Sucht nach Gold hat auch einige der Einwohner erfasst. Viele sehen in der traditionellen Lebensweise keine Zukunft mehr. Erdene, Amras Vater, ist ein Idealist. Mit seiner selbstgebauten Limousine fährt er stolz durch die Steppe und versucht die anderen Familienoberhäupter davon zu überzeugen, gegen den Raubbau vorzugehen. Amra träumt derweil von einem Auftritt bei „Mongolia‘s Got Talent“. Doch ihre Träume finden ein jähes Ende, als es zu einer Tragödie kommt.
Mit ihren halbdokumentarischen Werken hat die mongolische Regisseurin Byambasuren Davaa (DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL, DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES) die Geschichten und Traditionen ihrer Heimat in den Westen gebracht. Mit DIE ADERN DER WELT stößt sie nun ein Jahrzehnt später einen Hilfeschrei aus. Rund ein Fünftel der Fläche ihres Heimatlands sind bereits durch den Bergbau zerstört. Internationale Konzerne bauen offenbar ohne Kontrollen und Regulierung die Rohstoffe ab und hinterlassen ein Ödland. Die berührende Geschichte von Amra und seiner Familie fühlt sich drängend real an und wird von Davaa mit kompromissloser Vision vorangetrieben. Die Regisseurin drehte sie mit Schauspieler:innen in realer Umgebung und fängt in ihrem Film die Lebenswelt der Nomaden und die Krater der Industrie in (alb)traumhaften Bildern für die Leinwand ein. Wie Davaas bisherigen Filme weckt auch DIE ADERN DER WELT die Sehnsucht nach einem respektvollen Umgang mit der Natur und konfrontiert zugleich mit der Realität, deren Teil wir alle sind. Einzig die deutsche Synchronisation trübt diesen Eindruck.

Lars Tunçay

Details

Originaltitel: Die Adern der Welt
Deutschland/Mongolei 2020, 95 min
Genre: Drama
Regie: Byambasuren Davaa
Drehbuch: Byambasuren Davaa
Kamera: Talal Khoury
Schnitt: Anne Jünemann
Musik: John Gürtler, Jan Miserre
Verleih: Pandora Film
Darsteller: Bat-Ireedui Batmunkh, Enerel Tumen, Yalalt Namsrai, Algirchamin Baatarsuren
FSK: oA
Kinostart: 29.07.2021

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